Das 102. PGA Championship der Golfer ab Donnerstag in San Francisco bringt aus österreichischer Sicht Historisches: Erstmals sind bei einem Major-Turnier drei Österreicher am Start. Bernd Wiesberger, Matthias Schwab und Sepp Straka mischen sich bei dem 11-Millionen-Dollar-Bewerb im TPC Harding Park unter die auch in Zeiten der Pandemie vollzählig versammelte Weltelite. Aber wie ticken die drei Herren und unter welchen Voraussetzungen starten sie in dieses Turnier?

Bernd Wiesberger: Wiesberger ist mit bisher 20 Teilnahmen bei den vier größten Turnieren der erfahrenste Spieler des Trios, der 35-Jährige zeigte sich aber zuletzt über vier Runden nicht unbedingt in bester Form. Im Vergleich mit allen Stars landete er in der Vorwoche in Memphis im hinteren Teil des Feldes. "Mein Spiel war zu ungenau und fehleranfällig", resümierte der Burgenländer. Er müsse an einigen Schrauben drehen, um für das erste Major des Jahres bereit zu sein. Es gebe in mehreren Bereichen Steigerungsbedarf, erklärte Wiesberger.

Sein bisher bestes Major-Resultat, einen 15. Platz, hatte übrigens Wiesberger beim PGA Championship 2014 erreicht, allerdings in Kentucky. Den aktuellen Platz in San Francisco kennt er von einem WGC-Matchplay-Turnier 2015.

Matthias Schwab: Der 25-Jährige hat sich mit dem dritten Platz in der Vorwoche im kleineren Barracuda Championship der US-PGA-Tour perfekt auf sein Major-Debüt eingestimmt und zuletzt - wie der Wahl-Amerikaner Straka mit drei Top-Ten-Platzierungen in seiner zweiten vollen PGA-Tour-Saison - noch mehr auf sich aufmerksam gemacht als Österreichs Nummer eins. 14 Jahre lang hat Matthias Schwab darauf hingearbeitet, unter anderem an der renommierten amerikanischen Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, die ihn 2016 zum Athleten des Jahres kürte. Mit dem Abschlag bei den Lyoness Open am 8. Juni 2017 im österreichischen Atzenbrugg wurde der Traum vom Profi für den jungen Steirer ausgerechnet in der Heimat wahr - dort, wo Schwab als 15-Jähriger erstmals an einem Profi-Turnier teilnahm und prompt auf Platz 32 landete.

Angesichts der jüngsten Erfolge ist das Selbstvertrauen des 25-jährigen Steirers in San Francisco groß. "Mein Spiel fühlt sich richtig gut an nach der letzten Woche, in der es so gut gelaufen ist", erklärte er im Vorfeld des Turniers. "Ich bin ready!"

Sepp Straka: Ebenfalls bereit für Kalifornien zeigte sich der bereits mit 14 Jahren in die USA übersiedelte Straka. Auch er hat in Amerika Ausbildung und Golf (Uni in Georgia) verbunden und als erster Österreicher die Spielberechtigung auf der US-PGA-Tour geholt. Zuletzt präsentierte sich der 27-jährige Vielspieler in sehr starker Form und gab sich optimistisch. "Ich mag diesen Kurs und freue mich auf mein zweites Major", erklärte Straka. Nur zwei Saisonturniere stehen noch aus, Straka hat als aktuell 67. seinen Startplatz im ersten Play-off-Turnier der besten 125 praktisch sicher. In der zweiten Phase sind nur noch 70 Profis dabei. Schafft es der gebürtige Wiener mit guten Leistungen in diesen Kreis, würde er erneut Neuland betreten. Straka hat in dieser Saison bisher 1,12 Millionen Dollar Preisgeld verdient (22 Turniere) und damit mehr als etwa Brooks Koepka (1,05 Millionen/11 Turniere).

Koepka versus Thomas?

Koepka, Sieger des PGA Championship 2018 und 2019, ist einer der Stars der Szene und greift ab Donnerstag nach dem raren Triple. Der 30-jährige US-Amerikaner hat sich als Mann für die großen Turniere einen Namen gemacht, hat er doch neben vier Major-Titeln erst drei PGA-Turniere gewonnen. Ein weiterer Sieganwärter ist der Weltranglisten-Erste Justin Thomas (USA), der Gewinner des Turniers von 2017, aber auch der Nordire Rory McIlroy hat das Turnier schon zweimal gewonnen. Ebenso hat sich Superstar Tiger Woods (15 Major-Titel) - trotz Rückenproblemen - im Training gut eingestimmt. Die Frage, ob er sich den Sieg zutraue, bejahte er. Man wird also sehen.(apa/rel)