Zwei von drei angetretenen Österreichern haben am Freitag (Ortszeit) beim Golf-Major PGA Championship in San Francisco den Cut geschafft. Bernd Wiesberger gelang das mit seiner zweiten 68er-Runde souverän als Gesamt-Elfter. Sepp Straka reichte eine 71, um mit gesamt eins über Par als 60. in das Wochenende zu kommen. Matthias Schwab schied nach einer 76er-Runde klar aus.

Überraschend in Führung setzte sich Li Haotong. Vier Tage nach seinem 25. Geburtstag ließ der Chinese einer 67 eine 65 folgen, erarbeitete sich damit zwei Schläge Vorsprung auf ein Verfolger-Sextett. Mit 2015-Sieger und Vortages-Leader Jason Day (AUS), dem mit Hüftproblemen auf das PGA-Championship-Triple äugenden Brooks Koepka (USA) und Olympiasieger Justin Rose (ENG) befinden sich drei Favoriten in diesem Kreis. Auch Thomas' Landsmann Tommy Fleetwood ist dabei.

Hinter einem anderen Trio u.a. nach einer 70 mit Co-Vortagesleader Brendon Todd (USA) haben Wiesberger und vier andere wie die US-Amerikaner Xander Schauffele und Dustin Johnson vier Schläge Rückstand auf Li bzw. zwei auf Rang zwei. Zweiter bei einer PGA Championship war Wiesberger 2014 vor der Finalrunde in Kentucky gewesen, letztlich wurde es Rang 15. Ist das nach wie vor sein bestes Major-Ergebnis, ist das beste eines Österreichers Rang zwölf von Markus Brier bei den British Open 2007.

Fünf Birdies

Wiesberger gelangen vor corona-bedingt leeren Rängen fünf Birdies (Schlaggewinne) bei drei Bogeys (Schlagverluste). Damit bekam der Burgenländer etwas mehr Konstanz in sein Spiel als in der ersten Runde, als er mit sieben Birdies und fünf Bogeys abschloss. Sein prominenter Partner im sechstletzten Flight des "Moving Day" ist Dustin Johnson, als Abschlagzeit wurde 23.00 Uhr MESZ angesetzt.

Straka musste schon knapp fünf Stunden davor zur dritten Runde ran, er musste primär über das Erreichen des Wochenendes froh sein. Ein Schlagverlust am vorletzten Loch seiner zweiten Runde ließ den Austro-Amerikaner um den Cut lange zittern. Schließlich reichte es mit fünf Birdies, vier Bogeys und einem Doppel-Bogey punktgenau. Der 27-Jährige bestreitet sein zweites Major. Im Juni 2019 war ihm bei den US Open als 28. das bisher beste Major-Debüt eines Österreichers gelungen.

Das bleibt vorerst auch so, denn Schwab verpasste bei seinem ersten Antreten bei einem der vier großen Turniere den Cut um vier Schläge. Nach einer Auftaktrunde von 69 hatte er Hoffnungen auf das Weiterkommen, dann lief es aber nicht besonders für den Steirer. Am ersten Loch vergab er eine Birdie-Chance, danach fehlte es ihm am Spielrhythmus. "Am vierten Loch ist mein Ball in der Baumkrone einer Zypresse hängengeblieben", erzählte der 25-Jährige. Zwei Strafschläge waren die Folge.

Bevor Schwab nächste Woche beim Wyndham Championship mit einer Top-30-Platzierung eine Tourkarte für die PGA-Tour ergattern würde, geht es für die Elite beim 11-Millionen-Dollar-Major in Kalifornien um einen der vier großen Titel. US-Superstar Tiger Woods wird ihn kaum holen, nach einer 72 ist er nur 44. Nur einen Schlag besser sind mit Rory McIlroy (NIR) und Jon Rahm (ESP) zwei andere ehemalige Weltranglistenleader. Justin Thomas (USA) als aktueller Ranking-1. ist wie Straka nur 60.

Ergebnisse der US PGA Championship der Golfer in San Francisco (Major, 11 Mio. Dollar, Par 70), Stand nach der 2. Runde: 1. Li Haotong (CHN) 132 (67/65) - 2. Brooks Koepka (USA/TV) 134 (66/68), Jason Day (AUS) 134 (65/69), Justin Rose (ENG) 134 (66/68), Tommy Fleetwood (ENG) 134 (70/64), Mike Lorenzo-Vera (FRA) 134 (66/68) und Daniel Berger (USA) 134 (37/37). Weiter: 11. Bernd Wiesberger 136 (68/68) - 60. Sepp Straka 141 (70/71). Am Cut vorbei: 112. Matthias Schwab (alle AUT) 145 (69/76) (apa)