Die Voraussetzungen für die nächsten Rennen in der MotoGP könnten für KTM besser nicht sein: Mit dem Premierensieg in der Tasche geht es für das oberösterreichische Werksteam unmittelbar nach dem Triumph in Tschechien weiter zum Heim-Grand-Prix nach Spielberg. Doch wie stehen die Chancen, dass die Schnellsten von Tschechien auch auf der schnellsten Strecke im MotoGP-Kalender - dem Red Bull Ring - ihren Erfolgslauf fortsetzen können?

"Nach dem Ende des Lockdowns hat KTM sehr viel in Brünn und in Österreich getestet. Ich denke auch, dass Michelin mit ihnen gearbeitet hat, um den richtigen Reifen für das Wochenende auszuwählen", erklärt Fabio Quartararo. Als Siebenter konnte der Franzose im jüngsten Grand Prix von der Stärke des österreichischen Werksteams nur träumen. Zwar geht Yamaha mit dem WM-Führenden Quartararo und Brünn-Zweiten Franco Morbidelli in den Österreich-Grand-Prix (16. August, 14 Uhr) und in den Steiermark-Grand-Prix (23. August, 14 Uhr), jedoch schaute für die Blauen in Spielberg bis dato noch nie etwas Besseres als ein dritter Platz heraus. "In Österreich hat KTM auch sehr viel getestet, nicht nur mit Brad Binder, sondern auch mit den anderen Fahrern. Wir müssen vorsichtig sein und uns sehr clever verhalten, um möglichst viele Punkte zu holen", betont der Franzose und erklärt damit den Plan für die kommenden Rennen.

Nicht in Hochform

Einen guten Plan braucht auch Honda, um wieder auf die Erfolgsschiene zurückzukehren. In Abwesenheit des verletzten Marc Márquez fand sich das Weltmeisterteam zuletzt nur mehr im Mittelfeld wieder, im tschechischen Brünn erreichte das erfolgsverwöhnte Werksteam mit dem 15. Platz und 18. Platz der Piloten Alex Márquez und Stefan Bradl zuletzt gar einen neuen Tiefpunkt. "Es wäre eine Lüge zu sagen, dass es in Tschechien viele positive Punkte gab. Wir können mit unseren Ergebnissen nicht zufrieden sein. Wir müssen einfach akzeptieren, was es ist, und auf bessere Zeiten warten", sagt Honda-Teammanager Alberto Puig und verweist damit wohl auf die Rückkehr des verletzungsbedingt pausierenden Weltmeisters, der jedoch auch in Spielberg noch nicht am Start stehen wird.

Bessere Zeiten erlebte auch schon Ducati. Das italienische Werksteam kämpft seit Saisonbeginn mit seinem neuen Bike, insbesondere Vorjahressieger Andrea Dovizioso will in Spielberg den Grund für die Probleme finden und endlich wieder auf gewohnte Höhenflüge zurückkehren. Freilich darf nicht vergessen werden, dass Ducati die 4,813 Kilometer lange Strecke in Spielberg sehr entgegenkommt, standen seit der Rückkehr der MotoGP auf den Red Bull Ring im Jahr 2016 doch ausnahmslos Piloten des italienischen Werksteams am obersten Stockerl.


Zu weit zurücklehnen darf man sich beim Weltmeisterteam jedoch nicht, denn mit KTM geht ein hoch motiviertes Team in das Heimrennen, die Vorfreude ist dementsprechend groß. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass das oberösterreichische Werksteam schon in allen drei Saisonrennen aufstrebende Leistungen zeigte und die Orangen neben Rookie und Premierensieger Brad Binder auch noch weitere Top-Piloten im Gepäck haben: Pol Espargaró blieb die Chance auf den Kampf um ein Podium in Tschechien nur verwehrt, weil ihn Johann Zarco in den Positionskämpfen abgeschossen hatte, auch Miguel Oliveira legte annäherend schnelle Rennzeiten wie Teamkollege und Triumphator Binder hin. Die Chancen auf ein Stockerl stehen für KTM also nicht schlecht, die auf ein spannendes Rennen sogar noch besser.