Stell dir vor, es ist eine Sportveranstaltung, und keiner geht hin - was vor der Corona-Krise im Fußball nur als vage Drohung einiger Fangruppierungen dahergekommen ist, war in der Motorrad-WM erst recht undenkbar. Seit die MotoGP und ihre Unterklassen 2016 wieder regelmäßig den Red-Bull-Ring befahren, hat sich die Veranstaltung im Aichfeld als Publikumsmagnet etabliert. Im Vorjahr waren 200.000 Menschen zu Gast, heuer hätte man dank des Premierensieges von KTM in Brünn sogar mit einem noch größeren Andrang rechnen können. Doch am Wochenende mit dem MotoGP-Höhepunkt am Sonntag (14 Uhr/Servus TV) werden Brad Binder und Co. vor leeren Tribünen fahren. Die Behörden haben das Sicherheitskonzept vom Formel-1-Gastspiel im Juli nur geringfügig adaptiert und appellierten zuletzt eindringlich an die Fans, sich auch daran zu halten und der Strecke fernzubleiben.

Formel 1 in Barcelona - Sotschi plant mit Fans

"Wir sind zuversichtlich, dass sie die Rennen mit der gleichen Begeisterung, aber von zu Hause aus verfolgen", sagt der polizeiliche Einsatzleiter Günther Perger. "Vor Ort gibt es aufgrund der Sperrmaßnahmen ohnehin nichts zu sehen." Wann es wieder Rennen mit Zuschauern am Ring geben wird, ist in der MotoGP noch unklar, in der Formel 1 werden indessen schon solche Pläne geschmiedet. Die Rennen am Sonntag in Barcelona (15.10 Uhr), an dem nach einem negativen Sars-CoV-2-Test auch Sergio Pérez teilnehmen kann, Spa, Monza und Mugello finden noch vor leeren Rängen statt, beim Grand Prix in Sotschi am 27. September wollen die Veranstalter aber wieder rund 30.000 Zuschauer zulassen. Eines ist aber auch Ring-Geschäftsführer Alexej Tinkow klar: "Es wird sicher kein Grand Prix wie sonst." Zumindest das haben die Formel 1 und die MotoGP zwischen Spielberg, Barcelona und Sotschi gemein.(art/apa)