Auf den Beachvolleyball-Plätzen der Donauinsel tummeln sich einige Hobbyspieler, an Menschenmassen wie beim Vienna Major ist derzeit aber nicht zu denken. Dabei hätte die Veranstaltung genau in diesen Tagen Mitte August stattfinden sollen - ehe die Corona-Krise Organisator Hannes Jagerhofer und Co. einen Strich durch die Rechnung machte. Schon vorher war der Vienna City Marathon nach wochenlangem Hoffen, dass man ihn doch unter speziellen Sicherheitsmaßnahmen würde durchführen können, abgesagt worden. "Die Entscheidung war gut und richtig", betonen Jagerhofer und Wolfgang Konrad, Organisator des Marathons, heute unisono - nun müsse jedoch auch im Hinblick auf die Zukunft ein Konzept entworfen werden, um die Planung für die kommenden Jahre zu ermöglichen.

Denn hinter der Zukunft der Eventbranche stehen noch viele Fragezeichen, die man nun in Zusammenarbeit mit Herwig Straka, Veranstalter der Tennis-Erste-Bank-Open, sowie im Austausch mit der Politik klären will: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um eine Veranstaltung durchführen zu können, wie viele Zuschauer dürfen anwesend sein und was passiert im Fall einer neuerlichen Corona-Welle?

Verhandlungen laufen bereits

Konkret wünschen sich die Sport-Event-Veranstalter einen Schutzschirm, der finanzielle Sicherheit bringen soll. Mittelpunkt sollten dabei keine vorzeitigen finanziellen Spritzen sein, vielmehr fordern die Veranstalter im Falle einer Corona-bedingten Absage die Rückerstattung der bis diesem Zeitpunkt angefallenen Kosten. "Es geht darum, einen Fallschirm für einzelne Events zu haben, wenn diese nicht durchgeführt werden können. Wir sprechen hier von 10, 20 vielleicht 30 Millionen Euro. Es braucht jedenfalls klare Regeln für diese Szenarien, an die sich alle anhalten können", erklärt Straka, der stellvertretend für die Branche in die Verhandlungen mit dem Finanzministerium geht.

Volle Unterstützung haben die Veranstalter jedenfalls von ihren Sponsoren. Sowohl Jagerhofer als auch Konrad zeigen sich erfreut, dass für die nächsten Jahre kaum Gönner abspringen. Sollten die Erste-Bank-Open im Oktober, die für heuer noch nicht abgesagt worden sind, doch ausfallen, würden die Sponsoren auch den finanziellen Verlust mittragen. Immerhin plant Straka ein Turnier mit 5000 Zuschauern. Doch genau der Umgang mit dem Publikum wird für die Zukunft eine besondere Herausforderung darstellen: Ohne Zuseher wird ein Event durch den Wegfall der Einnahmen durch die Eintrittskarten einen Verlust schreiben. Sollten Zuschauer das Event besuchen dürfen, müssten jedoch umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Straka, Jagerhofer und Konrad fordern die Regierung auf, bei Entscheidungen dieses Ausmaßes vor allem ein Auge auf internationale Veranstaltungen zu haben. Einen ersten Vorgeschmack auf ein Sport-Event in Corona-Zeiten bieten die Erste-Bank-Open Anfang Oktober in Wien - sollten sie denn stattfinden.