Bei jeder Bewegung stößt man sich an einer Tischkante, nach dem dritten Burpee beschweren sich die Nachbarn schon, und das Sofa samt Fernseher steht einfach viel zu verlockend nahe an der Trainingsmatte. All jene, die genug von den Corona-bedingten Home-Workouts haben und mal hinaus an die frische Luft wollen, haben die Möglichkeit, in das vielfältige Outdoor-Sportangebot Wiens hineinzuschnuppern.

Bewegt im Park

Menschen zur Bewegung animieren und ein Angebot für all jene schaffen, die sich die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio nicht leisten können oder wollen: Das Sommerprojekt "Bewegt im Park" verwandelt die Liegewiesen der Wiener Parks in Sportplätze. Hier steht noch bis September alles unter dem Motto: Runter von der Picknickdecke und rauf auf die Sportmatte. Und genauso einfach, wie es sich anhört, ist es tatsächlich, denn die Teilnahme an den Sportkursen ist weder kosten- noch anmeldepflichtig und erfordert kein spezielles Niveau. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene finden passende Angebote. "Ich schaue immer, dass jeder auf seine Kosten kommt und jeder auf seinem Level mitmachen kann", erklärt Esther Amringer, Leiterin des Trainings "Starker Rücken". Von Bauch-Bein-Po über Tai-Chi bis "Fechten wie die Musketiere" ist fast jede Sportart vertreten, und das in jedem Wiener Gemeindebezirk. Zudem finden die Kurse unter der Leitung professioneller Fitnesstrainer statt. Die einzelnen Einheiten werden jeweils zur selben Uhrzeit am selben Ort und bei jeder Wetterlage ausgetragen. Finanziert wird das kostenlose Bewegungsförderungsprogramm vom Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport in Kooperation mit der ASKÖ, dem ASVÖ und der Sportunion.

Bei "Bewegt im Park" können die unterschiedlichsten Sportarten ausprobiert werden. - © apa/Hörmandinger
Bei "Bewegt im Park" können die unterschiedlichsten Sportarten ausprobiert werden. - © apa/Hörmandinger

Yoga am Strand und Wasser

Trikonasana, Virabhadrasana, Chaturanga: Hören sich an wie Zungenbrecher, sind aber eher "Körperverbieger", es handelt sich nämlich um Yogapositionen. Wer Lust auf Sport mit Urlaubsfeeling hat, kann noch bis Ende September beim Yoga-Training in der Hermann-Strandbar die Sonne grüßen. Die Hatha-Yogastunde findet an jedem Schönwettersonntag von zehn bis elf Uhr statt, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Die erste Devise des Kurses lautet: Gruppenenergie statt Wettkampfgedanken.

Wem der Strand noch nicht Urlaubsgefühl genug ist, kann sich an Yoga auf dem Stand-up-Paddle versuchen. Nach einem kurzen Einführungskurs am Land - es sind sowohl im Yoga als auch im Paddeln keine Vorkenntnisse notwendig - werden auch sogleich die ersten Übungen am Wasser ausprobiert. Bis September finden die geleiteten Gruppenstunden von SUPYoga by Yoga & Juliet noch jeden Samstag und Sonntag statt, Treffpunkt ist das SUP Center Wien beim Gänsehäufelbad.

Impulstanz

Wer sich danach sehnt, einmal wieder das Tanzbein zu schwingen, wird bei den "Public Moves"-Workshops von Impulstanz fündig. Hier werden noch bis 30. August sieben verschiedene Locations zur Bühne gemacht, auf welcher man sich in Tanzrichtungen wie Ballett, Voging, Flamenco und vielem mehr probieren kann, und das ohne jegliche Vorkenntnisse. Die Kurse sind "ziemlich open Level, es kann eigentlich jeder mitmachen", sagt eine Teilnehmerin.

An sieben verschiedenen Schauplätzen wird in Wien getanzt. - © yako.one/Zoe Afan Strasser
An sieben verschiedenen Schauplätzen wird in Wien getanzt. - © yako.one/Zoe Afan Strasser

Die 296 Workshops sind allesamt gratis, erfordern jedoch eine Anmeldung. Geleitet werden die Einheiten von 90 verschiedenen Dozenten, jeder von ihnen ein professioneller Tänzer. Ziel dieser Tanzstunden sei es, "dass sich die Leute wieder ein bisschen spüren in ihrem Körper", erklärt die Teilnehmerin und fügt hinzu: "Wenn man das Tanzen einfach zulassen kann und sich nicht dafür schämt, das ist ein super Gefühl."

Zirkeltraining und Natur

Training im Kreis der Natur. Beim Zirkeltraining von den Sport- und Fitnesstrainern Armin Kohlberger und Norbert Schnalzer kann man sich auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater so richtig auspowern. Jeden Samstag um zehn Uhr leiten die beiden Coaches abwechselnd das Training, welches jeweils 15 Euro pro Einheit kostet. Die Anmeldung zu den Kursen muss per E-Mail bis spätestens Freitag 17 Uhr erfolgen.

Urbanatventure

Wer schon die Nase voll davon hat, immer an den gleichen Plätzen und mit denselben Menschen Sport zu betreiben, kann an den von Urbanatventure geleiteten und kostenpflichtigen "Active Tours" teilnehmen. Bei ausgiebigen Radtouren und Laufrunden entflieht man dem Stadtalltag.

Wer eine Extra-Herausforderung sucht, ist bei "Escape the City - Lost Places" richtig: In Anlehnung an "Escape the Room" löst man beim Entdecken unbekannter Plätze der Stadt Rätsel. Einmal das Spiel im Online-Shop gekauft, geht es auch schon los mit dem Rätselraten. Der Ausgangspunkt der Tour ist der Friedhof St. Marx im dritten Bezirk, von dort aus führt die fünf Kilometer lange Strecke quer durch die Bezirke Landstraße, Simmering und Favoriten.

Sport.Platz Wien

"So geht Sport!", verspricht der Wiener Arbeiter Turn- und Sportverband und verweist damit auf sein Sommerprojekt Sport.Platz Wien. Ähnlich wie bei "Bewegt im Park" werden in diesem Rahmen Sportkurse in ganz Wien organisiert. Bis zum 4. September kann man noch kostenlos und mit Voranmeldung an den verschiedensten Trainings teilnehmen. Außerdem gibt es bei einzelnen Kursen die Möglichkeit eines Streams. Wer sich also doch dazu entscheidet, zuhause Sport zu machen, statt auf der Couch zu surfen, kann einfach den Streamingdienst wechseln und sich statt der nächsten Folge auf Netflix einen der Sportkurse von Sport.Platz Wien anschauen. Und im besten Fall natürlich auch mitmachen. Als besonderes Zuckerl winkt ein vom Wiener Arbeiter Turn- und Sportverband organisiertes Gewinnspiel, die Hauptpreise sind unter anderem ein Aufenthalt für zwei Personen im niederösterreichischen Alpenhotel Gösing oder in der burgenländischen Therme St. Martin. Dort hat man nach getaner Arbeit dann auch wieder genügend Zeit zum Relaxen.