Wenn der Spruch von der verpatzten Generalprobe und dem gelungenen Auftritt stimmt, dann kann Dominic Thiem auf eine Besserung bei den US Open ab der kommenden Woche in New York hoffen. Eine solche wird freilich auch nötig sein, will der Weltranglistendritte beim ersten Grand-Slam-Turnier nach seinem Australian-Open-Finaleinzug nicht frühzeitig die Koffer packen müssen. Denn beim Masters-1000-Turnier an selber Stelle kehrte er mit einer "katastrophalen Leistung" auf die ATP-Tour zurück, wie er selbst nach dem 2:6, 1:6 gegen den Serben Filip Krajinovic befand.

Nun gilt es die durch das frühe Aus gewonnene Trainingszeit bestens zu nutzen, um beim kommende Woche startenden Hartplatz-Grand-Slam-Turnier eine bessere Figur abzugeben. "Ich habe jetzt noch eine Woche und damit genug Zeit, die fehlenden Bausteine zusammenzubauen, und hoffe, dass ich dann besser performe", sagte Thiem.

Zu große Sorgen wegen des klassischen Fehlstarts macht sich Österreichs Aushängeschild nicht. "Es ist nie schön oder gut für das Selbstvertrauen, 2:6,1:6 zu verlieren, ich habe aber eigentlich die letzten Tage ganz gut trainiert, deshalb weiß ich, dass das ganz schnell wieder in die andere Richtung schlagen kann."

Seine davor letzte Partie auf der Tour hatte er am 22. Februar im Viertelfinale von Rio de Janeiro absolviert. "Es war das erste Wettkampfmatch nach langer Zeit, und ich bin generell keiner, der gut startet nach so langer Wettkampfpause. Ich habe immer meine Problemchen, deshalb beunruhigt mich das nicht wirklich", sagte Thiem, der allerdings in der Corona-Pause der Tour mehrere Schauwettkämpfe absolviert und dabei durchaus gut abgeschnitten hat.

"Ein Wettkampfmatch ist nicht zu vergleichen mit einer Exhibition. Das ist etwas ganz anderes, die Anspannung ist eine ganz andere", erklärte Thiem.

Gegen Krajinovic fand der Österreicher nie zu seinem gewohnten Spiel und stand somit auf verlorenem Posten. Bei Aufschlag des Weltranglisten-32. machte er in der ganzen Partie nur zwei Punkte, ein Break war da in weiter Ferne. "Eigentlich habe ich mich von Anfang an bei keinem einzigen Schlag richtig wohlgefühlt, Probleme mit dem Timing gehabt, und gefühlt sind auch relativ wenig erste Aufschläge gekommen", erklärte Thiem.

Der zum Auftakt gegen den italienischen Qualifikanten Salvatore Caruso siegreich gebliebene Krajinovic - Thiem hatte als Nummer zwei der Setzliste in der ersten Runde ein Freilos - nahm seinem Gegner je zweimal pro Satz den Aufschlag ab und durfte über den erst zweiten Matchsieg gegen einen Top-Ten-Spieler jubeln. "Ich bin sehr gut gestartet, habe sehr aggressiv gespielt, und Thiem hat nicht gut gespielt. Alles ist für mich gelaufen, ich habe mir den Sieg verdient", sagte der 28-Jährige.

Murray bezwingt Zverev

Das erste Duell mit Thiem auf der Tour wird ihm somit noch lange in Erinnerung bleiben. Das endete übrigens genauso wie das zuvor einzige Aufeinandertreffen der beiden auf Challenger-Ebene - allerdings mit anderem Sieger. 2013 hatte Thiem auf dem Weg zum Challenger-Titel in Casablanca im Halbfinale gegen Krajinovic mit 6:2,6:1 gewonnen. Krajinovic bekommt es nun mit dem ungarischen Qualifikanten Marton Fucsovics zu tun, der mit einem 7:5, 4:6, 6:2 gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow ebenfalls für eine Überraschung sorgte.

Noch überraschender kam das Aus von Alexander Zverev. Der Deutsche unterlag dem mittlerweile 33-jährigen Ex-Ranglistenersten Andy Murray mit 3:6, 6:3, 5:7.

Andy Murray meldete sich mit einem Sieg über einen Topspieler zurück. - © APAweb / afp / Getty, Matthew Stockman
Andy Murray meldete sich mit einem Sieg über einen Topspieler zurück. - © APAweb / afp / Getty, Matthew Stockman

Für den aufgrund von Rückenproblemen auf Position 134 zurückgefallenen Schotten war es der erste Sieg gegen einen Top-Ten-Akteur seit Mai 2017. Über einen Favoritensieg durfte sich hingegen Novak Djokovic freuen. Der topgesetzte Serbe setzte sich in der zweiten Runde des mit 4,674 Millionen Dollar dotierten Turniers auf der Anlage in Flushing Meadows gegen den Litauer Ricardas Berankis mit 7:6, 6:4 durch. (apa/red)