So hat sich die Elite der Tenniswelt den Neustart der ATP- beziehungsweise die Fortsetzung der WTA-Tour höchstwahrscheinlich nicht vorgestellt: Mit dem Weltranglistendritten Dominic Thiem, dem Weltranglistensiebenten Alexander Zverev und den topgesetzten Damen Karolina Pliskova und Sofia Kenin scheiterten gleich vier Favoriten an ihrem ersten Match und verfehlten somit den Aufstieg in die nächste Runde des Tennisturniers im - noch immer vom Coronavirus gebeutelten - New York.

Natürlich könnte man die Niederlage der Stars gemäß dem Stichwort "Wer rastet, der rostet" auf die sechsmonatige, Corona-bedingte Turnierpause der ATP und WTA schieben. Ganz gerechtfertigt ist diese Erklärung allerdings nicht, denn die meisten Tennisspieler veranstalteten in der Corona-Pause eigene Einladungs- und Schauturniere oder nahmen an von Kollegen organisierten Matches teil, müssten also zumindest theoretisch im Spielmodus sein.

Besonders auf Österreichs Nummer eins lagen im Vorfeld des Turniers eigentlich große Hoffnungen, hatte sich Thiem bei den jüngsten Einladungsturnieren gegen eine hochkarätige Konkurrenz doch durchwegs in einer guten Form präsentiert - auch sein Coach Nicolas Massu zählte den Niederösterreicher im Vorfeld des Turniers eigentlich zu den Favoriten. Als ein solcher konnte sich Thiem in seinem ersten und zugleich letzten Match bei diesem Turnier jedoch ganz und gar nicht behaupten. Mit 2:6 und 1:6 gegen den Serben Filip Krajinovic zeigte er wohl eine seiner schwächsten Leistungen in einem ATP-Turnier seit Jahren.


Auch für den Deutschen Alexander Zverev verlief das Auftaktmatch bei der US-Open-Generalprobe nicht nach Wunsch: Der Weltranglistensiebente unterlag dem Wildcard-Besitzer Andy Murray in drei Sätzen zwar nicht so deutlich wie Thiem dem Serben Krajinovic, musste jedoch trotzdem eine herbe Niederlage hinnehmen.

Einem anderen Serben, dem Weltranglistenersten Novak Djokovic, gelang mit einem Sieg über Ricardas Berankis hingegen der Einzug ins Achtelfinale, obwohl er mit Nackenproblemen an den Start ging. Einzig und allein hielten nun der "Djoker" mit Daniil Medwedew und Stefanos Tsitsipas die Fahne der topgesetzten Spieler in New York hoch.

Eine ähnliche Situation erschließt sich auch im Hinblick auf die WTA-Tour. Nach dem Aus der topgesetzten Tschechin Pliskova und der Lokalmatadorin Kenin ist nun der Weg frei für den Vormarsch anderer Talente. Gespannt darf man vor allem auf die Leistungen der 20-jährigen Dajana Jastremska - sie besiegte Venus Williams - sein, die in ihren Auftaktmatches brillierte. Jedoch darf auch auf Serena Williams nicht vergessen werden: Nach einem dreistündigen Match gegen Arantxa Rus trifft die Amerikanerin im Achtelfinale nun auf die Griechin Maria Sakkari.

Serena Williams schaffte den Aufstieg ins Achtelfinale. - © USA Today Sports/Robert Deutsch
Serena Williams schaffte den Aufstieg ins Achtelfinale. - © USA Today Sports/Robert Deutsch

Vorbereitung auf die US-Open

Für die in New York bereits ausgeschiedenen topgesetzten Spieler geht es nun unfreiwilligerweise bereits jetzt in die Vorbereitung auf die US Open und damit das erste Grand-Slam-Turnier nach der Corona-bedingten Pause: Im Hinblick auf die eher mauen Ergebnisse vieler Stars bleibt den Sportlern nur eine Woche Zeit, um sich auf das kommende Turnier vorzubereiten. Nicht nur, aber vor allem für den in New York chancenlos wirkenden Thiem gilt es, nach der Niederlage nachzujustieren. Ansonsten könnte dem Niederösterreicher ein weiterer Misserfolg drohen. Eine weite Anreise haben die frühzeitig Ausgeschiedenen nicht, dementsprechend können sie mehr Zeit ins Training investieren. Nächste Woche heißt es dann also: neues Spiel, neues Glück.