Der Norweger Alexander Kristoff hat die erste Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 33-Jährige holte sich am Samstag nach 156 Kilometern mit Start und Ziel in Nizza den Sieg vor dem dänischen Weltmeister Mads Pedersen und dem Niederländer Cees Bol. Der Kärntner Marco Haller (Bahrain-McLaren) kam nach 3:46:23 Stunden zeitgleich mit Kristoff als 23. an.

Die Teams mit den starken Sprintern sorgten dafür, dass Ausreißer, die auf einen Überraschungs-Coup hofften, chancenlos blieben. Mit Kristoff schnappte sich trotzdem nicht einer der im Vorfeld genannten Favoriten den Tagessieg. Für den 33-jährigen vom Team UAE Emirates war es der vierte Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt, der erste seit seinem Triumph am 29. Juli 2018 in der Schlussetappe nach Paris. Schon mehr als neun Jahre ist es her, dass mit Thor Hushovd der bis dato letzte Norweger bei der Tour de France Gelb trug.

Durch den Regen war die Strecke äußerst rutschig, immer wieder gingen Fahrer zu Boden. So waren auch die französischen Lieblinge Julian Alaphilippe und Thibaut Pinot oder Bernals Helfer Pavel Siwakow und Andrey Amador im Sturzpech. Der letzte Sturz ereignete sich wenige Kilometer vor dem Ziel, sodass es nur noch zu einer kleinen Sprintgruppe kam.

Keine Massen am Straßenrand

Trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen waren Zuschauer an der Strecke erlaubt, allerdings in begrenzter Zahl. So waren im Zielbereich nicht die zunächst vorgesehenen 5000 Zuschauer erlaubt. Auch unterwegs am Straßenrand blieben die großen Massen aus.

Die Region an der Cote d'Azur gehört zur "Roten Zone", wo das Virus besonders stark zirkuliert. In den vergangenen Tagen waren die Infektionszahlen in die Höhe geschnellt. Am Freitag registrierte das französische Gesundheitsministerium 7379 neue Fälle innerhalb von nur 24 Stunden und sprach von einem "exponentiellen Anstieg".

Auf der zweiten Etappe am Sonntag - wieder in der Region Nizza - geht es erstmals in die Berge. Gleich zwei Anstiege der ersten Kategorie, darunter der 1607 Meter hohe Col de Turini mit durchschnittlich 7,3 Prozent Steigung, sind zu bewältigen. (sda/dpa/apa)