Während Dominic Thiem, Österreichs Nummer eins im heimischen Tennis, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei den US Open in New York sein Erstrundenmatch gegen den Spanier Jaume Munar bestritt (nach Redaktionsschluss), musste dessen guter Freund Dennis Novak am Dienstag nach einer eigentlich vermeidbaren 5-Satz-Niederlage gegen Alejandro Davidovich Fokina bereits die Koffer packen. Nach gutem Beginn musste sich der Wiener Neustädter dem spanischen Talent nach 2:53 Stunden mit 6:3, 4:6, 3:6, 6:1, 0:6 geschlagen geben. Dabei machte ihm vor allem seine fehlende Konstanz einen Strich durch die Rechnung, denn der seit kurzem 27-Jährige hatte genug Chancen, die Partie für sich zu entscheiden.

Djokovic souverän weiter

Naomi Osaka nutzt in New York ihre Popularität, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. - © USA Today Sports/Deutsch
Naomi Osaka nutzt in New York ihre Popularität, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. - © USA Today Sports/Deutsch

Besser machte es hingegen Novak Djokovic. Der Weltranglistenerste setzte seinen Siegeszug auch in der ersten Runde der US Open fort. Mit einem 6:1, 6:4, 6:1-Erfolg gegen den Bosnier Damir Dzumhur feierte der Serbe seinen bereits 24. Sieg in diesem Kalenderjahr und erklärte im mit Mund-Nasen-Schutz geführten Siegerinterview im beinahe leeren Arthur-Ashe-Stadium: "Ich hatte viel Selbstvertrauen nach der vergangenen Woche." Djokovic trifft am heutigen Mittwoch auf den Briten Kyle Edmund. Noch souveräner als Djokovic entledigte sich Stefanos Tsitsipas seiner ersten Aufgabe, der als Nummer vier gesetzte Grieche besiegte den Spanier Albert Ramos-Vinolas 6:2, 6:1 und 6:1. Der Deutsche Alexander Zverev, Nummer 5 der Welt, überwand immerhin den 2017-Finalisten Kevin Anderson (Südafrika) 7:6(2), 5:7, 6:3, 7:5, der Belgier David Goffin hingegen benötigte gegen den US-Amerikaner Reilly Opelka fünf Durchgänge. Erstes Top-Ten-Opfer bei den Herren ist der Argentinier Diego Schwartzman.

Statement gegen Rassismus

Bei den Damen steht Naomi Osaka trotz einiger Mühe dank eines 6:2, 5:7, 6:2-Erfolgs gegen Misaki Doi in der nächsten Runde. Dabei stand weniger ihr Sieg als die schwarze Maske im Vordergrund, welche die Japanerin als Zeichen gegen Polizeigewalt trug. Auf dieser war der Name Breonna Taylor zu lesen; die Afroamerikanerin wurde von der Polizei erschossen. Es ist eine von sieben mit einem Namen beschriftete Maske, jede zu Ehren einer anderen Person, die Opfer von Polizeigewalt wurde. Sieben Siege braucht man, um die Grand-Slam-Trophäe zu gewinnen. Osaka hofft, so weit zu kommen, um so das Bewusstsein für Rassenungerechtigkeit zu schärfen. "Es ist ziemlich traurig, dass sieben Masken nicht genug sind für die Anzahl der Namen. Also hoffe ich, dass ich ins Finale komme, damit sie alle sehen können", sagte Osaka.

Neben der Rassismus-Debatte ist auch das Coronavirus ständiges Gesprächsthema bei den US Open. Der positiv auf das Coronavirus getestete französische Tennisprofi Benoit Paire hat sich erstmals nach seinem Ausschluss vom Turnier zu Wort gemeldet. "Mir geht es gut und ich habe keine Symptome", schrieb der 31-Jährige am Montag in den sozialen Netzwerken. Der Weltranglisten-23. äußerte jedoch Kritik an den Organisatoren des US-Open-Turniers und spricht angesichts der strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen von einer "Fake Bubble". Verstärkend kommt hinzu, dass nun auch Paires Landsmann Adrian Mannarino die Unterbringung und Organisation mit einem überwachten Sicherheitstrakt verglich.(ana/apa)