Dominic Thiem kommt immer besser in Form und wird nun neuerlich richtig gefährlich im Kampf um seinen ersten Grand-Slam-Titel. Der 27-jährige Niederösterreicher erreichte am Montag zum zweiten Mal nach 2018 das Viertelfinale der US Open in New York. Der als Nummer zwei gesetzte Thiem besiegte den 20-jährigen Kanadier Felix Auger-Aliassime (ATP-Nr. 21) nach 2:06 Stunden 7:6(4),6:1,6:1.

Thiem hat damit ein Preisgeld von 425.000 Dollar (358.892,08 Euro) brutto sowie 360 ATP-Zähler sicher. Der 27-Jährige trifft nun am Mittwoch im Kampf um sein erstes Halbfinale in Flushing Meadows zum insgesamt dritten Mal auf den als Nummer 21 gesetzten Australier Alex de Minaur.

"Ich bin sehr zufrieden, speziell mit Satz zwei und drei, die waren richtig gut", erklärte Thiem auf ServusTV. Er habe sich im ersten Satz noch etwas schwer getan, die richtige Mischung zwischen Offensive und Defensive zu finden. "Das Tiebreak war definitiv extrem wichtig. Da habe ich gut gespielt, keinen Fehler gemacht und das habe ich dann in Satz zwei und drei mitgenommen."

"Mit Abstand bestes Tennis bis jetzt"

Thiem bilanzierte hochzufrieden und stellte eine weitere Steigerung auch zum vorangegangenen Match gegen Marin Cilic fest. "Das war mit Abstand das beste Tennis bis jetzt bei dieser Übersee-Reise. Es macht mich sehr glücklich auch im Hinblick auf das Viertelfinale."

Thiem kann die Favoritenrolle nach der Disqualifikation von Novak Djokovic am Vorabend nun nicht mehr von sich weisen. Sein Statement zum Aus des serbischen Superstars: "Es war eine unglaubliche Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen. Man muss da ausholen: bei 5:4 hat er 0:40, verliert drei unfassbar unglückliche Bälle, dann haut es ihn hin, in ihm hat es sicher gebrodelt, dann schießt er den Ball zurück, trifft die Linienrichterin genau am Hals. Das war sehr unglücklich, und das tut mir auch richtig leid für ihn."

Dennoch möchte er das ausblenden, auch wenn das Feld nun sehr offen ist. "Es ist relativ egal, wer jetzt noch im Raster verblieben ist, ob jetzt ein Djokovic noch drinnen ist oder nicht. Ich konzentriere mich auf mich selbst, das werden die anderen sieben (Spieler im Viertelfinale, Anm.) auch machen und hoffentlich spiele ich weiter mein bestes Tennis."

Vorentscheidung nach 65 Minuten

Zuvor hatte sein Achtelfinal-Gegner Auger-Aliassime, ein 20-jähriges Riesentalent aus Kanada, in dessen erster Runde der letzten 16 bei einem Major nur im ersten Satz sein Potenzial zeigen können. Thiem hatte zwar gleich im Auftakt-Game drei Breakbälle und dann im dritten Game einen weiteren. Erst die fünfte Chance nutzte der Favorit zum 3:2 und er ging in der Folge mit 5:3 in Front. Doch als Thiem bei 5:4 auf den Satz servierte, gelang Auger-Aliassime das Rebreak und die "Verlängerung" in diesem Durchgang. Nach 65 Minuten hatte Thiem aber das Tiebreak mit 7:4 gewonnen. Es war die Vorentscheidung.

Denn ab diesem Zeitpunkt war es mit der Ausgeglichenheit vorbei. Thiem, der dieses Jahr bei den Australian Open erst im Endspiel verloren hatte, übernahm klar das Kommando. Ein frühes Break zum 2:0 und ein weiteres zum 5:1 leiteten die 2:0-Satzführung ein. Nur 36 Minuten währte Satz zwei. Und als Thiem auch im dritten Set gleich ein Break im Auftaktgame gelang, waren die Weichen zum Sieg gestellt. Breaks zum 4:1 und 6:1 machten das Match noch zu einem kurzen, denn die Sätze zwei und drei waren zusammen sogar kürzer als Satz eins. (apa)