Wer dieser Tage den Begriff "US Open" in die Google-Suchmaschine eintippt, der findet eine Vielzahl an Beiträgen über das legendäre sonntägige Tennisfinale in New York sowie dessen Triumphator Dominic Thiem vor. Doch der kleine Zusatz "Golf" genügt, um die Bilder von Thiem und Endgegner Zverev von der Seite verschwinden zu lassen und im Handumdrehen durch solche von Tiger Woods und Co. ersetzen zu lassen. Denn am Donnerstag findet der Auftakt in die bereits 120. Auflage der US Open des Golfsports in Mamaroneck bei New York statt.

Viel möglich gegen die Besten der Welt

Österreichs Farben werden dabei vom 34-jährigen Burgenländer Bernd Wiesberger sowie dem um neun Jahre jüngeren Steirer Matthias Schwab hochgehalten. Wenn man sich auch nicht eine so famose Leistung wie von Österreichs Tennisstar erhoffen darf, so ist die Erwartungshaltung für das zweite Majorturnier der Golf-Saison dennoch hoch. Die heimische Nummer eins des Golfsports, Bernd Wiesberger, weiß allerdings, dass das Erreichen eines Spitzenplatzes gerade in New York alles andere als eine einfache Angelegenheit werden wird. "Diese Woche wird wirklich jeder Bereich des Spiels aufs Härteste getestet", spielt Wiesberger auf den äußerst schwer zu bespielenden Platz an. Dennoch blickt der Burgenländer frohen Mutes auf den Beginn des zweitältesten der vier Majorturniere im Herrengolf.

Auch Österreichs zweiter Vertreter, Matthias Schwab, freut sich bereits auf sein US-Open-Debüt. Kein Wunder, hatte der 25-Jährige Anfang August mit Platz drei bei der Barracuda Championship in Truckee (Kalifornien) doch seine gute Form unter Beweis gestellt und somit für ordentlich Aufsehen gesorgt. "Das war ein Top-Turnier, wo sogar noch mehr möglich gewesen wäre", weiß die aktuelle Nummer 88 der Weltrangliste. Und auch wenn sein Major-Debüt bei der anschließenden 102. US PGA Championship in San Francisco, wo er den Cut verpasste, daneben ging, zeigte sich Schwab nach dem intensiven Training in den letzten Tagen durchaus optimistisch: "Wenn ich es schaffe, mein Spiel auf den Platz zu bringen und durch die Erfahrungen aus den vergangenen Wochen noch konstanter zu sein, dann ist da sehr viel möglich gegen die besten Spieler der Welt."

Weltranglisten-Erster Dustin Johnson als großer Gejagter

Zu den Weltbesten im Golfsport gehört unter anderem auch Brooks Koepka. Der vierfache US-amerikanische Major-Sieger und ehemalige Weltranglistenerste, der in den Jahren 2017 und 2018 bereits zweimal bei den US Open reüssierte, muss allerdings aufgrund einer hartnäckigen Knieverletzung auf eine Teilnahme verzichten. Auch der mittlerweile 44-jährige Tiger Woods ist bei diesem Turnier ob seiner bisher schwachen Auftritte seit der Wiederaufnahme des Turnierbetriebs nicht zum engen Kreis der Favoriten zu zählen.

Ganz im Gegensatz zu seinem US-Landsmann Dustin Johnson. Der derzeitige Weltranglistenerste reist in absoluter Topform zu den am 20. September zu Ende gehenden US Open. Die vier jüngsten Turniere beendete der Amerikaner allesamt auf dem ersten oder zweiten Platz. Somit geht der 36-Jährige aus South Carolina als großer Favorit ins Turnier. Starke Konkurrenz in Person vom Nordiren Rory McIlroy, seinem Landsmann Justin Thomas oder dem aufstrebenden Spanier Jon Rahm verspricht zudem ein spannendes Majorturnier.