Schön langsam wird es auch für die Darts-Szene wieder ernst. Denn von Freitag bis Sonntag geht mit den World Series of Darts Finals in der Salzburgarena das erste offizielle Profi-Darts-Event vor Zuschauern seit dem 12. März über die Bühne. 24 Profis spielen beim Major-Turnier um ein Preisgeld von 300.000 Pfund. Auch der Wiener Mensur Suljovic sowie die Britin Fallon Sherrock (als einzige Frau) sind Teil dieses elitären Feldes, das vom niederländischen Weltranglistenersten Michael van Gerwen sowie dem schottischen Weltmeister Peter Wright angeführt wird.

Alles anders im Corona-Jahr

Ursprünglich hätten im Laufe des Jahres 2020 fünf World-Series-of-Darts-Turniere ausgetragen werden sollen, welche aus Ausgangspunkt für die Rangliste der Finals fungieren hätten sollen. Da jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie alle Turniere ausgefallen sind und die Danish Darts Masters auf einen Termin nach den World Series of Darts Finals verschoben wurden, musste der Qualifikationsmodus in diesem Ausnahmejahr zwangsläufig angepasst werden. 20 der 24 Spieler wurden daher von der "Professional Darts Cooperation" (PDC), die das Turnier veranstaltet, eingeladen, darunter die Top Acht der "PDC Order of Merit" - und Mensur Suljovic als einer von zwölf Spielern, die eine Wildcard erhalten haben.

Als einziger Spieler aus dem deutschsprachigen Raum trifft der Wiener in der Auftaktrunde am Freitag (dritte Partie nach 20 Uhr/Dazn) auf den Polen Krzysztof Ratajski, der als Ersatzmann von Ex-Weltmeister Gary Anderson ins Feld rutschte. Der 49-jährige Schotte sagte aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig für das Major in Salzburg ab: "Ich fühle mich im Moment einfach nicht wohl mit den damit verbundenen Reisen. Ich muss fliegen und obwohl ich darauf vertraue, dass ich mich an alle Dinge halte, die ich tun sollte, habe ich wenig Vertrauen in andere Menschen."

Abgesehen vom Weltklasse-Spieler Anderson spielt in Salzburg aber die Crème de la crème des Dartsports auf. Unter ihnen auch WM-Sensation Fallon Sherrock, die im Dezember letzten Jahres als erste Frau überhaupt ein Spiel bei der WM gegen einen Mann gewinnen konnte - und dann in der zweiten Runde sogar noch Suljovic aus dem Bewerb geworfen hatte. "The Queen of the Palace", wie ihr Spitzname im Darts-Zirkus lautet, hat ihr Potenzial schon damals unter Beweis gestellt und plant nun, die Männer-Domäne so richtig aufzumischen. In Person des KanadiersJeff Smith wartet auf die ausgebildete Friseurin allerdings eine hohe Hürde in ihrer Auftaktpartie.

Ein kleines Stück Normalität

Diese wird - ebenso wie alle anderen Spiele der World Series of Darts Finals - erstmals seit Wiederaufnahme der Tour vor einer limitierten Anzahl von Fans stattfinden. Ein innovatives Hygiene- und Sicherheitskonzept, welches die Zuschauer in vier Sektoren aufteilt, war dafür vonnöten. Damit es zwischen diesen Sektoren keinerlei Kontakt gibt, werden sogar eigene Ein- beziehungsweise Ausgänge sowie Sanitär-, Gastro- und Raucherbereiche für jede Gruppe zur Verfügung gestellt. Zudem gelten die allgemeingültigen Präventionsmaßnahmen wie Abstands- und Maskenpflicht (außer am Sitzplatz) sowie das Desinfizieren der Hände beim Einlass.

"Wir freuen uns sehr, dass es in Kooperation mit der Salzburgarena und den zuständigen Behörden vor Ort gelungen ist, die Darts-Fans zurück in die Halle zu holen", betonte Werner Moltke, Präsident der PDC Europe, dass "wieder ein kleines Stück Normalität" zurückgewonnen werden konnte. "Ich kann es kaum erwarten, endlich wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen", erzählte auch Peter Wright im Vorfeld der Salzburg-Premiere. "Ohne unsere großartigen Fans fehlt einfach etwas."