Der Team-Manager des Radrennstalls Arkea-Samsic hat nach den Ermittlungen wegen Dopingverdachts seinen Fahrern Unterstützung zugesichert, für den Fall illegaler Praktiken jedoch sofortige Konsequenzen angekündigt. "Natürlich stehen wir hinter unseren Fahrern, aber sollten die Untersuchungen tatsächlich Dopingpraktiken bestätigen, würde sich das Team umgehend von solchen Handlungen distanzieren und ohne abzuwarten die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Emmanuel Hubert.

Man werde in diesem Fall Beziehungen beenden, die das Team mit "inakzeptablen und zu bekämpfenden Methoden" in Verbindung bringen würden, so Hubert in einer am späten Montagabend veröffentlichten Mitteilung des französischen Rennstalls. Er bestätigte eine Durchsuchung während der Tour de France am vergangenen Mittwoch im Teamhotel, von der Medien am Montag, einen Tag nach der Triumphfahrt des slowenischen Sensationsmanns Tadej Pogacar, berichtet hatten.

Die Durchsuchung habe "eine sehr geringe Zahl von Fahrern" und deren direktes Umfeld betroffen. Namen von Fahrern nannte Hubert nicht. Französische Medien hatten zuvor davon geschrieben, dass bei der Durchsuchung in der Nähe des Wintersportorts Meribel in den französischen Alpen zahlreiche Gesundheitsprodukte, darunter Medikamente und in dem Zusammenhang auch Hinweise auf Doping, entdeckt worden waren. Die Nachrichtenagentur AFP hatte berichtet, dass zwei Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden waren. Die Staatsanwaltschaft habe Vorermittlungen eingeleitet. Bei Vorermittlungen wird geprüft, ob an den Vorwürfen etwas dran ist.

Nairo Quintana im Visier?

Gegen welche Fahrer sie gerichtet sind, ist unbekannt. Zunächst hatte es in Berichten geheißen, Ziel der Untersuchungen, die nicht auf Betreiben der nationalen Doping-Agentur Frankreichs, sondern der Behörde zur Wahrung der öffentlichen Gesundheit stattfanden, sei Nairo Quintana gewesen. Der kolumbianische Ex-Giro- und -Vuelta-Sieger hatte als einer der Mitfavoriten gegolten, die Tour nach einem Sturz aber nur auf dem 17. Platz beendet.