Rund ein halbes Jahr ist es her, seit das letzte Spiel der DenizBank AG Volley League zu Ende ging. Nun soll in den Hallen dieses Landes endlich wieder aufgeschlagen, gebaggert und gepritscht werden, denn am Samstag erfolgt der lang ersehnte Start der heimischen Volleyball-Ligen der Männer und Frauen in die neue Saison. Eine Saison, die - wie sollte es anders sein - ganz im Zeichen von Corona stehen wird. Dies sieht auch ÖVV-Präsident Gernot Leitner so und gibt zu bedenken: "Im Zeichen, nicht im Schatten von Corona." Man will sich also durch Corona nicht den Spaß verderben lassen, so der allgemeine Tenor. Dominierte in den Anfangsmonaten der Covid-19-Pandemie noch regelrechte Panik und Ungewissheit bezüglich der nächsten Saison, sieht man sich nun, wenige Tage vor Saisonauftakt, ob der intensiven Planungen gut gerüstet für die anstehenden Herausforderungen.

Die Probleme durch Corona seien dennoch nicht einfach wegzudiskutieren, betonte etwa ÖVV-Generalsekretär Philipp Seel. Insbesondere die Spitzenteams seien durch den Abbruch der Vorsaison aus wirtschaftlicher Sicht natürlich hart getroffen worden, wobei die heimischen Vereine mit reduzierten Sponsorgeldern von durchschnittlich 25 bis 30 Prozent zu kämpfen hätten. Dennoch: Dass die Verantwortlichen beim österreichischen Volleyball-Verband über die Sommermonate nicht auf der faulen Haut gelegen sind, beweisen nicht zuletzt die mit Sorgfalt erarbeiteten Konzepte, welche eine Corona-konforme Austragung der Meisterschaften ermöglichen sollen. Dazu hätten auch diverse Beachvolleyball-Veranstaltungen beigetragen, an deren erprobten Konzepten man sich ein Beispiel hätte nehmen können.

Das Ergebnis der monatelangen Arbeit war die Einrichtung eines Corona-Gremiums. Im Falle eines Corona-Falls beziehungsweise Verdachtsfalls im Spielerkreis soll diese Kommission anhand der Corona-Richtlinien kurzfristig entscheiden, ob das Spiel der betreffenden Mannschaften über die Bühne gehen kann. Drei positive Corona-Tests innerhalb eines Teams sollen dabei für eine Absage beziehungsweise Verschiebung der Partie ausreichen.


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Neben der Einrichtung des Corona-Gremiums wird es in der kommenden Saison noch weitere Neuerungen geben. So sollen etwa alle Spiele der Männer und Frauen via Livestream zu sehen seien, damit angesichts der reduzierten Zuschauerkapazitäten ja kein Fan auf der Strecke bleibt. Zusätzlich runden ein einmal wöchentlich produziertes Topspiel mit Extras sowie einige ORF-Livespiele das Angebot für die Zuseher ab. Auch eine verstärkte Social-Media-Offensive ist in Planung.

Neue Saison, gleiche Favoriten

Nach der langen Zwangspause ist die Vorfreude auf den Re-Start der heimischen Volleyball-Liga jedenfalls bei allen Teams riesig. Da der Großteil der Kader aufgrund der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten ob der Corona-Pandemie weitgehend unverändert geblieben ist, sind die Rollen ähnlich wie in den Vorsaisonen verteilt: Aich/Dob, das zuletzt zweimal in Serie die Meisterschaft gewinnen konnte, gilt erneut als großer Favorit. Da der Titelverteidiger diese Saison neben der heimischen Liga außerdem in der Mitteleuropaliga (Mevza) sowie der Champions-League-Qualifikation vertreten ist, wartet auf die Kärntner ein heißer Herbst.

Gemeinsam mit den beiden größten Herausforderern - UVC Graz und Union Waldviertel - steigt der Titelverteidiger in der heimischen DenizBank AG Volley League daher erst in der zweiten Saisonphase ein. Bis dahin kämpfen sechs Herren-Teams um den Sieg im Grunddurchgang, der einen Platz in der "Toprunde" bringt. Die restlichen fünf spielen sich dann die Plätze fürs Viertelfinal-Play-off aus, das letzte der neun Herren-Teams muss in die Abstiegsrelegation.

Auch in der Frauenliga präsentiert sich die Ausgangslage ähnlich klar: Linz-Steg, 2019 bisher letzter Meister, gilt als größter Titelanwärter, wobei sich auch UVC Graz und die SG Sokol/Post berechtigte Hoffnungen auf den Meistertitel machen dürfen. Viel Neues und einiges Bewährtes also in der "Corona-Saison".