Dominic Thiem ist am Montag mit einer starken Leistung in die mit 38,41 Millionen Euro dotierten French Open in Paris gestartet. Der frisch gebackene US-Open-Champion machte Geburtstagskind Marin Cilic nach 2:05 Stunden beim 6:4, 6:3 und 6:3 keine Geschenke, der nun 32-jährige Kroate verlor auch das vierte Duell mit dem Österreicher. Thiem trifft in der zweiten Runde am Mittwoch auf den US-Qualifikanten Jack Sock.

Thiem war in seinem ersten Match seit dem Triumph in Flushing Meadows gegen Ex-US-Open-Sieger Cilic rasch der Herr auf dem Platz. "Es war wichtig, die Match-Spannung, den Rhythmus wieder zu finden, weil ich ja gegen einen echten Champion gespielt habe. Ich bin ich glücklich, wie die erste Runde gelaufen ist", erzählte der Weltranglisten-Dritte im ORF-TV-Interview. Dabei kam Thiem der Verlauf des Spiels unter Dach selbst entgegen. "Ich finde, dass vor allem am Anfang relativ lange Rallyes dabei waren und ich bin gut den Bedingungen zurechtgekommen - eigentlich schon vom ersten Tag an", sprach der Niederösterreicher die kühlen Bedingungen an. "Ich bin es gewohnt aus Österreich, von den ganzen Futures früher - da war es oft nicht wärmer als zehn Grad", so Thiem, der in langen Ärmeln gespielt hat.

Froh war Thiem, dass es zumindest diesmal keine Geisterspiele wegen der Coronakrise gibt. Auch wenn es nur maximal 1.000 Fans sein dürfen. "Super, es ist um einiges weniger einsam. In New York waren vor allem die Nachtmatches schon sehr einsam teilweise. Es hat echt Spaß gemacht, besser vor 1.000 als vor null."

Das Match auf dem Court Philippe Chatrier war wegen des schlechten Wetters von Beginn an eine Hallenpartie. Es begann mit Aufschlagverlusten beider Spieler, doch nach 40 Minuten gelang Thiem das entscheidende Break zum 5:4. Nach Abwehr von drei Rebreakbällen seines Gegners nutzte Thiem nach 45 Minuten den ersten Satzball zum 6:4. Auch im zweiten Durchgang nahm Thiem seinem Widersacher gleich im Auftaktgame den Aufschlag ab, diesmal bestätigte er das Break aber zum 2:0. Das fünfte Game en suite für Thiem seit dem 3:4 im ersten Satz. Thiem war in der Folge dem zweiten Break weit näher, nach 87 Minuten nutzte er dann zum 6:3 den dritten Satz- und Breakball.

Ein bisschen Durchatmen nach der 2:0-Satzführung kostete Thiem den Aufschlag im ersten Spiel des dritten Satzes. Doch der vierfache Major-Finalist holte sich zum 2:2 das Rebreak und spielte in der Folge immer stärker, auch von der Rückhand schlug der Lichtenwörther immer mehr Winner. Ein weiteres Break zum 4:2 stellte endgültig die Weichen zum Sieg. Zwar hatte Cilic noch eine Breakchance zum 4:5, doch Thiem nutzte seinen ersten Matchball zum vierten Sieg im vierten Duell mit dem Kroaten. Gegen seinen nächsten Gegner Sock hat Thiem eine 3:1-Bilanz stehen. Die bisher letzte Begegnung mit dem auf Platz 310 zurückgefallenen 28-Jährigen hat Thiem 2018 im Viertelfinale von Paris-Bercy (Halle) mit 4:6, 6:4 und 6:4 gewonnen.

Erfolgssträhne für Rodionov

Siegreich bei den French Open ist aktuell auch Thiems Landsmann Jurij Rodionov unterwegs. Der 21-Jährige hat mit dem Fünfsatz-Erfolg über den Franzosen Jeremy Chardy schon den vierten Sieg en suite in Paris gefeiert. Nun geht es für den Niederösterreicher am Mittwoch in der zweiten Runde überraschend gegen den Slowaken Norbert Gombos. Auch gegen ihn darf er sich Chancen ausrechnen. Gombos hatte Borna Coric überrascht und den als Nummer 24 gesetzten Kroaten mit 6:4, 3:6, 6:3 und 6:4 ausgeschaltet. Rodionov hat gegen den Weltranglisten-106. bisher noch nicht gespielt. "Zu verlieren habe ich wie in der ersten Runde nichts", sagte er. Vielleicht nicht die schlechteste Einstellung für Paris.(rel/apa)