Eineinhalb Jahre haben die Folgen der "Operation Aderlass" - jener Ermittlungen also, die zu einer weltweit beachteten Doping-Razzia während der nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld, zahlreichen Festnahmen und Verurteilungen geführt haben, den Sport und die Justiz beschäftigt. Am Dienstag gab es eine weitere beachtenswerte Entwicklung: Der als mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht stehende Mediziner Mark S. hat ein umfangreiches Geständnis abgelegt. In einer von seinen Anwälten verlesenen Erklärung räumte der Erfurter ein, ab 2012 Blutdoping an diversen Sportlern durchgeführt sowie Blutmanipulationen durch Komplizen organisiert zu haben.

Bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen während der "Operation Aderlass" sind nahezu 150 Fälle von mutmaßlichen Verstößen gegen das Arzneimittel- und Antidopinggesetz von Mark S. festgestellt worden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen vor, in insgesamt 34 Fällen gegen Antidopinggesetze verstoßen zu haben. Der Mediziner und seine Komplizen sollen jahrelang Blutdoping an Athleten vor allem aus dem Rad- und Wintersport durchgeführt haben, darunter auch massiv aus Österreich. (apa/red)