Wer hätte das gedacht? Nicht Dominic Thiem, sondern Lukas Neumayer ist der letzte Österreicher, der die rot-weiß-roten Fahnen bei den French Open hochhält - wenn auch nur im Juniorenbewerb. Der 18-jährige Salzburger besiegte den Serben Hamad Medjedovic im Achtelfinale mit 6:1, 6:3 und bekommt es nun mit dem Schweizer Dominic Stephan Stricker zu tun.

Ein anderer, der weitaus bekanntere Dominic - Thiem nämlich -, resümierte indessen trotz seines ersten Viertelfinal-Ausscheidens in Paris seit fünf Jahren gegen den Argentinier Diego Schwartzman nicht allzu unzufrieden. Der Fünfsatz-Krimi gegen einen seiner besten Kumpel sei "eine Achterbahnfahrt" gewesen, sagte der Weltranglistendritte nach der 6:7, 7:5, 7:6, 6:7, 2:6-Niederlage, ihm selbst habe nach der kurzen Umstellung von den US Open sowie dem Fünfsatz-Sieg gegen Hugo Gaston vielleicht "ein ganz kleiner Teil an Intensität gefehlt".

Ausreden wollte sich Thiem darauf freilich nicht. Im Match habe er die Verschleißerscheinungen nicht wirklich gespürt, "das Adrenalin kaschiert sehr viel". Allerdings: "Irgendwann, je später es in einem Grand Slam geht, wird der Gegner einfach zu stark. Daher hat Diego dann auch hochverdient gewonnen."

Nadals einzige Niederlage gegen Schwartzman zuletzt in Rom

Dieser darf sich nun auf ein neuerliches Duell mit dem zwölffachen Paris-Sieger Rafael Nadal freuen, der sich in der Nachtschicht in drei Sätzen gegen Jannik Sinner durchsetzte. Trotz seines ungefährdeten Sieges sowie seiner Verbindung zu Paris war Nadal nicht vollends glücklich. Es sei "ein Risiko" gewesen, fünf Einzel auf dem Center Court anzusetzen, die Temperatur um diese Zeit zu kalt für Tennis. "Es ist ein bisschen gefährlich für den Körper, bei so schwierigen Bedingungen zu spielen", sagte der Spanier, als er nach 2 Uhr in der Nacht auf der Pressekonferenz erschien. Gegen Schwartzman hat er von zehn Duellen neun gewonnen, ausgerechnet das jüngte in Rom aber nicht.

Neben Thiem ist indessen auch bei den Damen in Jelina Switolina die Nummer drei des Turniers ausgeschieden - sie unterlag der in der Weltrangliste nur auf Platz 131 liegende Argentinierin Nadia Podoroska mit 2:6, 4:6.(red)