Mit dem Selbstvertrauen seines zweiten Etappenplatzes vom Mittwoch und als Gesamtneunter geht Patrick Konrad heute in die sechste Etappe des Giro d'Italia von Castrovillari nach Matera über 188 Kilometer. "Ich hoffe, dass wir weiter angreifen können", sagte er auch in Hinblick auf seinen Bora-Teamkollegen Rafal Majka, der in der Gesamtwertung noch einen Platz hinter ihm liegt, aber noch gute Chancen hat, sich weiter nach vorne zu schieben.

Über die Mittwochsetappe sagte er: "Am Fuß des Anstiegs waren wir in einer guten Position für die letzte Rennphase. In der Abfahrt fuhren wir ganz vorne, und wir sind auf der nassen Fahrbahn kein Risiko eingegangen. Am Ende bin ich mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden."

Geschlagen geben musste er sich auf der ersten Festland-Etappe nach dem Auftakt auf Sizilien nur Filippo Ganna. Während der italienische Zeitfahrweltmeister auf dem bergigen Abschnitt von Mileto nach Camigliatello Silano (225 km) nach einer Attacke im letzten langen Anstieg überraschend seinen zweiten Etappensieg feierte, gewann Konrad den Sprint der Verfolgergruppe mit den Topfavoriten.

Almeida verteidigte Führung

Der 24-jährige Giro-Debütant Ganna sorgte mit seinem zweiten Erfolg nach dem Auftaktsieg im Zeitfahren für den nächsten Lichtblick im gebeutelten Ineos-Team, das am Vortag Topfavorit Geraint Thomas mit Sturzverletzungen verloren hatte und auch schon bei der Tour de France leer ausgegangen war.

In Führung ist weiterhin Joao Almeida. Der Portugiese aus dem Deceuninck-Team liegt nun vor dem Spanier Pello Bilbao (Bahrain/+ 43 Sek.) vorne. Der bisher zweitplatzierte Ätna-Etappensieger Jonathan Caicedo verlor im Anstieg zum Valico di Montescuro den Anschluss und rutschte aus dem Spitzenfeld. Neuer Dritter ist der Niederländer Wilco Kelderman.

Bora-Profi Konrad fehlen 1:26 Minuten auf den Spitzenreiter. Die im Gesamtklassement weiter vor ihm liegenden Topfavoriten um Vincenzo Nibali und Jakob Fuglsang kamen wie Hermann Pernsteiner (Tages-16., Gesamt-14.) in der von Konrad angeführten Gruppe ins Ziel der von Regenfällen und Nebel noch erschwerten Marathon-Etappe. (apa/red).