Die Schlussetappe des Giro d'Italia verspricht ein Herzschlagfinale. Der Australier Jai Hindley und der Brite Tao Geoghegan Hart liegen vor dem 15,7 km langen Zeitfahren nach Mailand gleichauf, das 190-km-Teilstück am Samstag nach Sestriere hat Geoghegan Hart zeitgleich vor Hindley gewonnen. Der bisherige niederländische Gesamtleader Wilco Kelderman ist 1:32 Minuten zurück Dritter, die Österreicher Patrick Konrad und Hermann Pernsteiner sind Gesamt-Achter bzw. -Zehnter.

Geoghegan Hart und Hindley haben bisher bei keiner der drei großen Landesrundfahrten (Giro, Vuelta, Tour de France) einen Top-15-Platz belegt. Beim abschließenden flachen Kampf gegen die Uhr können sich die beiden am Sonntag mit dem größten Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn belohnen. Die ursprünglich als Favoriten gestarteten Geraint Thomas (Sturz), Simon Yates und Steven Kruijswijk (jeweils positiver Corona-Test) sind beim Giro längst ausgeschieden.

Die 20. und zugleich vorletzte Etappe am Samstag war aufgrund der Corona-Pandemie geändert worden und führte nicht durch Frankreich. Die in der ursprünglichen Streckenführung vorgesehenen Anstiege zum Colle dell'Agnello und auf den Col de l'Izoard wurden nicht überquert. Stattdessen ging es dreimal hinauf nach Sestriere, wo das Teilstück auf 2.035 Metern endete.

Pernsteiner und Konrad büßten am Samstag je 2:28 Min. auf den Tagessieger ein, kamen als 16. bzw. 17. an. Gesamt fiel Konrad hinter Vincenzo Nibali (Trek) auf Rang acht zurück, 19 Sekunden fehlen ihm auf den Italiener. Zwischen den beiden Österreichern liegt mit Fausto Masnada (+9:24) ein weiterer Italiener, Pernsteiner von Bahrain-McLaren hat 10::08 Min. Rückstand auf Hinldey. Sein Top-Ten-Platz ist mit einem Bonus von 1:32 Min. zum elfplatzierten Italiener Domenico Pozzovivo (NTT) relativ gut abgesichert.

Konrad war mit seinem Abschneiden recht zufrieden. "Es war der Kampf, den jeder erwartet hatte" meinte der Niederösterreicher, aktuell einziger Fahrer des Bora-Teams in den Top Ten. "Ich habe mich trotz der Belastungen der letzten drei Wochen aber immer noch gut gefühlt. Das Team Ineos hat das Feld mit seiner Tempoarbeit auseinandergerissen, ich habe alles versucht. Ich bin jetzt Achter in der Gesamtwertung. Damit muss ich zufrieden sein, weil ich definitiv 100 Prozent gegeben habe." (apa, dpa)