Platz acht durch Patrick Konrad, Rang zehn für Hermann Pernsteiner - dazu zwei Stockerlplätze bei einzelnen Etappen: Österreichs Radprofis haben beim 103. Giro d’Italia ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Konrad wollte im Ziel in Mailand, in dem sich der Brite Tao Geoghegan Hart als Gesamtsieger feiern lassen konnte, aber vor allem die Mannschaftsleistung in seinem Bora-Rennstall hervorgehoben wissen. "Ich glaube, das ganze Team hat einen guten Job erledigt. Das Team war immer präsent und hat um Etappensiege gekämpft", sagte der Niederösterreicher. Peter Sagen holte für die deutsche Equipe den einzigen Etappensieg, Konrad wurde am 13. Teilstück Dritter und schnitt in der Gesamtwertung am besten ab. Selbst bezeichnet er das als "gutes Ergebnis", nachdem er sich zuvor eine Top-Ten-Platzierung als Ziel gesetzt hatte. "Wir sind sehr zufrieden mit seiner Performance", betonte auch Bora-Teammanager Ralph Denk.

"Ich habe die drei Wochen wirklich genossen. Jetzt bin ich froh, nach dieser wegen des Coronavirus schwierigen Saison nun etwas Zeit mit meiner Familie verbringen zu können", sagte Konrad. Der Giro fand - wie die Vuelta, die aktuell mit dem neuen Führenden Richard Carapaz und Felix Großschartner als Sechstem durch Spanien rollt - unter schwierigsten Bedingungen statt. Mehrere Fahrer und Teams mussten aufgrund positiver Coronavirus-Tests vorzeitig aussteigen. Dennoch - oder vielleicht auch deshalb - gab es ein würdiges Herzschlagfinale, bei dem Hart im abschließenden Zeitfahren gegenüber dem Australier Jai Hindley das bessere Ende für sich hatte. Der 25-jährige Ineos-Profi hatte am Ende 39 Sekunden Vorsprung auf Hindley.

Einen Traum in Rosa erlebte Tao Geoghegan Hart. - © APAweb / afp, Luca Bettini
Einen Traum in Rosa erlebte Tao Geoghegan Hart. - © APAweb / afp, Luca Bettini

"Noch nicht einmal in meinen Träumen habe ich gedacht, dass das passieren könnte. In meiner Karriere habe ich immer von Top Fünf oder Top Ten geträumt bei solchen Rennen", sagte der in London geborene Profi, der eigetlich nur als Helfer für den früheren Tour-Sieger Geraint Thomas eingeplant gewesen war. Doch als Thomas nach einem Sturz früh ausschied, war der Weg für Hart frei. "Er ist großartig in diese Rolle hineingewachsen", sagte Teamchef Dave Brailsford.