Zwar eine Runde weiter, sein spielerisches Niveau muss Dominic Thiem im Achtelfinale der Erste Bank Open aber anheben. Da geht es am Donnerstag gegen Cristian Garin, Dreisatzsieger gegen den Schweizer Stan Wawrinka. Auf den Chilenen trifft Thiem ebenso erstmals, wie es bei Witalij Satschko der Fall gewesen ist. Und dieses Spiel kann Thiem durchaus als Warnung dienen: Beim 6:4, 7:5 gegen die Nummer 529 der Welt, die als Lucky Loser vom Verzicht Kei Nishikoris profitiert hat, hatte der US-Open-Sieger mehr Mühe als gedacht. Immerhin kamen die 1.000 Zuschauer, auf die die jeweiligen Sessions limitiert sind, auf ihre Kosten. Das darf man freilich auch am Donnerstag erwarten, wenn neben Thiem (14 Uhr) auch Jungstar Jurij Rodionov gegen Daniel Evans im Achtelfinale antritt. Letzterer war am Mittwoch ebenfalls im Einsatz - an der Seite von Oliver Marach verlor er im Doppel-Achtelfinale gegen Edouard Roger-Vasselin und Jürgen Melzer, der kürzlich als künftiger sportlicher Leiter im heimischen Tennisverband präsentiert wurde und sein letztes Heimturnier bestreitet. Nun wird er zumindest ein weiteres Mal noch, gegen Kubot/Melo, in der Stadthalle zu sehen sein.

Allerdings müssen sich die Zuschauer an ungewohnte Maßnahmen gewöhnen: Zwischen Nachmittags- und Abend-Einheiten werden die Fans über separate Bereiche in die Halle beziehungsweise hinaus geleitet. Durch die nicht immer vorhersehbare Länge der Spiele kann es dadurch auch zu Verzögerungen kommen. Im Eingangsbereich werden nicht nur die Taschen kontrolliert - Verpflegung darf nicht mitgenommen, aber im Foyer gekauft und auf dem zugewiesenen Platz konsumiert werden, wo ansonsten Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss -, auch das Fiebermessen gehört zur Standardprozedur.

Auch für Thiem sind es ungewöhnliche Umstände, unter denen er die Mission Titelverteidigung in Angriff genommen hat. Nach den Strapazen mit US Open, der Umstellung auf Sand für die French Open und seinem bitteren Viertelfinal-Aus gegen Diego Schwartzman hat er sich zuletzt aufs Training und den neuerlichen Belagwechsel konzentriert und dabei eigentlich gute Eindrücke gewonnen.

Auf Sand am stärksten

"Aber ein Match ist eine komplett andere Geschichte, nicht ganz so locker. Da kann es auch passieren, dass das mal in die Hose geht, wenn ich schlecht spiele. Definitiv muss für Donnerstag eine Steigerung her, vorher noch einmal ein gutes Training", sagte Thiem. Die Intensität der letzten Games möchte die Nummer drei der Welt nun mitnehmen. "Ich versuche, da anzuschließen. Garin ist ein sehr, sehr solider Spieler, hat keine Schwächen und eine richtig gute Rückhand." Seine bisher vier Titel hat der Südamerikaner auf vergangenes und dieses Jahr aufgeteilt, heuer schlug er vor der Corona-Pause in Cordoba und Rio zu. Danach hatte Garin mit Rang 18 sein Karrierehoch inne, aktuell ist er Weltranglisten-22. Alle seine Titel hat der 24-Jährige aus Santiago auf Sand errungen. "Ich glaube, er fühlt sich ein bisschen wohler auf Sand. Da möchte ich ansetzen und das Spiel schneller machen", sagte Thiem. Speziell wertvolle Tipps wird es zweifellos auch noch von Coach Nicolas Massu geben, hatte der doch seinen Landsmann bereits einige Male als chilenischer Daviscup-Coach unter seinen Fittichen. Aber ein Match ist halt dann doch immer etwas anderes. Schlag nach in Runde eins gegen Satschko.(apa/art)