So kann man als Veranstalter auch um seinen Lohn kommen. Eigentlich hätte ja der heurige World Cup of Darts, das einzige Nationen-Mannschaftsturnier des Darts-Weltverbands PDC, in der Barclaycard-Arena in Hamburg steigen sollen. Aufgrund von Corona wurde das Event zunächst nach Premstätten (bei Graz) und schließlich in die Lieferinger Salzburgarena verlegt. Dass Salzburg zum Start des dreitägigen World Cups am Freitag relativ betrachtet mehr positive Infektionen zählt als die ursprünglich als Austragungsort erwählte Hansestadt, ist eine Ironie des Schicksals, die nur Corona hervorbringen kann.

Die Darts-Nation Österreich immerhin darf sich freuen, gastiert doch das Turnier, das bis Sonntag in der Salzburgarena - wenn auch ohne Zuschauer - läuft, das erste Mal überhaupt im Lande. Und wie in den vergangenen Jahren dürfte die Ausscheidung wieder eine Angelegenheit zwischen Briten und Niederländern werden. So gilt für die Buchmacher heuer vor allem Wales mit Gerwyn Price und Jonny Clayton als Topfavorit im insgesamt 32 Nationen umfassenden Teilnehmerfeld, gleich hinter Wales rangieren die Engländer Michael Smith und Rob Cross sowie die Weltranglistenersten Michael van Gerwen und Danny Noppert aus den Niederlanden.

Österreich wird bei den Wettquoten immerhin schon als Nummer vier geführt und ist durch die Wiener Mensur Suljovic und Rowby-John Rodriguez vertreten. Das Duo trifft zum Auftakt am Freitag (7. Partie nach 13 Uhr/Dazn) auf die USA. Und Schottland? Der Titelverteidiger gilt diesmal tatsächlich nur als krasser Außenseiter, da im Gegensatz zum Vorjahr sowohl Ex-Weltmeister Gary Anderson als auch World-Champion Peter Wright passen. Im Vorjahr hatten die beiden gemeinsam das irische Duo Steve Lennon und William O’Connor mit 3:1 bezwungen und erstmals den World Cup of Darts nach Schottland geholt. Die Iren waren wiederum als ungesetzte Mannschaft mit einem Sieg über Titelverteidiger Niederlande ins Finale gelangt. Anderson und Wright bekamen eine Siegprämie von jeweils 35.000 Pfund (rund 39.000 Euro), Lennon und O’Connor wurden mit je 20.000 Pfund (rund 13.000 Euro) prämiert. Das Turnier in Salzburg ist heuer mit 350.000 Pfund (rund 389.000 Euro) dotiert, die Höhe der Siegprämien blieb unverändert.

Viertelfinale realistisch

Ein Heimsieg der Österreicher ist statistisch gesehen unwahrscheinlich. Zwar war man bisher bei allen neun Auflagen des seit 2010 ausgetragenen Major-Turniers am Start, allerdings kamen Suljovic und sein jeweiliger Partner nicht über das Viertelfinale hinaus, das aber immerhin insgesamt vier Mal - zuletzt im Vorjahr - erreicht werden konnte. World-Cup-Rekordsieger sind England und die Niederlande, die jeweils vier Mal Weltmeister wurden. Die jüngsten vier englischen Titel wurden vom Duo Phil Taylor und Adrian Lewis erobert, bei den niederländischen Triumphen (zuletzt 2018) stand Raymond van Barneveld im Team.(rel)