Barbara Paulus, Lindsay Davonport oder Maria Sharapova - an klingenden Siegernamen hat es ja bei den Upper Austria Ladies in Linz in den vergangenen 30 Jahren ihres Bestehens kaum gemangelt. Nur eine Österreicherin hat man seit Marion Maruska (1990) nicht mehr vom obersten Treppchen winken gesehen. Und das wird sich wohl auch heuer nicht so schnell ändern. Immerhin ein Achtungserfolg könnte schon drinnen sein, allen voran von der österreichischen Nummer eins, Barbara Haas, die hier dank Wildcard aufschlagen darf.

Dabei geht es die 24-Jährige noch vorsichtig an und hat sich vorgenommen, zunächst einmal erstmals den Einzug ins Achtelfinale ihres Heimturniers schaffen. Dazu trifft sie voraussichtlich am Mittwoch auf die als Nummer fünf gesetzte Russin Veronika Kudermetowa. Die ebenfalls mit einer Wildcard versehene zweite Lokalmatadorin, Julia Grabher, misst sich erstmals mit der Rumänin Sorana Cirstea.

"Es ist ein hartes Los. Eine gesetzte Spielerin wie fast immer, wenn ich in Linz gespielt habe. Sie ist eine starke Spielerin, das wird ein hartes Match", meinte Haas bei einer Zoom-Pressekonferenz. Die Tatsache, dass sie in bisher fünf Versuchen, die zweite Runde zu erreichen, gescheitert ist, verschafft ihr keinen zusätzlichen Druck. "Es ist ein Tennismatch wie jedes andere, in dem man eine 50:50-Chance hat. Aber natürlich würde ich es mir wünschen, dass ich die erste Runde einmal überstehe."

Auftritt ohne Heimpublikum

Auch für Haas, die heuer trotz Heimturnier in der Bubble im Hotel bleiben muss ("Bin froh, dass ich mich daheim nicht selbst verpflegen muss"), war es ein verrücktes Jahr. "Ja, es war leider ein sehr schwieriges Jahr für uns alle, sehr turbulent. Ich habe ganz wenige Turnier gespielt, was natürlich auch schwierig ist, weil einem der Wettkampfrhythmus ein bisschen fehlt." Die zwei Hauptbewerbs-Teilnahmen bei den US Open und den French Open seien "definitiv mein Highlight" gewesen. "Wie es weitergeht, weiß man leider nicht. Ich hoffe, dass Australien stattfindet und ich dort starten kann."

Ausgerechnet ihr Heimturnier in Linz ist nun auch der Schlusspunkt hinter die gesamte WTA-Saison. Wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es danach keine WTA-Punkte mehr zu holen. "Ich habe in den letzten Wochen sehr viel trainiert. Eigentlich finde ich es ja super, dass die ganzen Spielerinnen jetzt zu mir kommen, weil wir trainieren jetzt in meiner Trainingshalle", so Haas. Dass sie zu Hause ohne Unterstützung der Fans spielen muss, findet sie schade. "Aber ich werde so und so fighten, ob Zuschauer da sind oder nicht. Wer weiß, vielleicht bin ich eine Spur lockerer."

Statistisch geht es in die richtige Richtung: Haas hat sich heuer zurück in die Top 150 gekämpft und war schon 133. Mit Kudermetova hat sie ohnedies noch eine Rechnung offen: Das bisher einzige Head to Head mit der Weltranglisten-46. hat sie im Jänner in der ersten Qualifikations-Runde in Brisbane mit 5:7, 3:6 verloren. Topstar des WTA-Turniers auf der Linzer Gugl ist die aktuelle Weltranglisten-Elfte Aryna Sabalenka. Sie eröffnet ihr Turnier am Dienstag gegen Jasmine Paolini (Ita).(rel/apa)