Während Österreichs bisher prominentester Basketball-Export, Jakob Pöltl, sich auf seine nächste Saison in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA vorbereitet, die erst am 22. Dezember beginnt, geht es für einen seiner potenziellen Nachfolger schon jetzt wieder los. Österreichs Toptalent Luka Brajkovic startet in der Nacht auf Donnerstag (ab 1 Uhr MEZ) in seine dritte Saison in der NCAA-College-Liga am Davidson College. Der 2,08 Meter große Spieler aus Feldkirch in Vorarlberg möchte zur Führungspersönlichkeit im Team der Wildcats aufsteigen, betonte aber auch angesichts der Corona-Pandemie: "Das Wichtigste ist, dass wir gesund bleiben."

Auftaktgegner in einem NCAA-Spieljahr unter ungewissen Vorzeichen - auch die US-amerikanischen Profiligen werden derzeit von einer Vielzahl an Corona-Fällen heimgesucht - sind die High Point Panthers aus der Big South Conference. Die Wildcats wollen laut Brajkovic vom ersten Aufwurf weg zeigen, "dass wir eine Mannschaft sind, die um den A-10-Titel (den Titel in der Atlantic-10-Conference, Anm.) mitspielt, dass wir ein kompletteres Team als vergangene Saison sind".

Der Vorarlberger ist froh, dass endlich wieder Basketball gespielt werden darf. "Wir könnten nicht glücklicher sein", sagt der 21-Jährige über den bevorstehenden Start in die Saison, nachdem die vergangene im März unmittelbar vor dem Einstieg der Wildcats ins A-10-Turnier im New Yorker Stadtteil Brooklyn wegen der Pandemie abgebrochen worden war. Die meisten Davidson-Akteure hätten danach "fünf Monate nicht Basketball gespielt", erzählt Brajkovic. Zuletzt habe man aber versucht, das Versäumte aufzuholen. Das Team habe nun sehr hart trainiert - "fünf Mal pro Woche, zwei bis zweieinhalb Stunden jeweils" - und sei mittlerweile "sehr stark zusammengewachsen".

In dem Isländer Jon Axel Gudmundsson, der inzwischen Profi bei den Skyliners in Frankfurt und damit Gegner der ÖBV-Internationalen Rasid Mahalbasic, Thomas Klepeisz und Marvin Ogunsipe in der deutschen Basketball-Bundesliga ist, fehle "einer unserer besten Spieler", betont der Korbjäger aus dem Ländle. Brajkovic ist aber überzeugt, dass die Freshmen im Team "produzieren werden". Auf die Gesundheit sei auch deshalb zu achten, weil schon ein Corona-Fall in der Mannschaft "zwei Wochen Quarantäne" bedeute, betont der rot-weiß-rote Hoffnungsträger, dessen großes Ziel eine NBA-Karriere ist. "Wir müssen uns daher an alle Protokolle halten, Masken tragen und uns so viel wie möglich isolieren."

Davidson-Coach Bob McKillop ist mit seinem Power Forward und Center aus Österreich weiterhin höchst zufrieden. Es werde sich auszahlen, dass sich Brajkovic im Sommer konditionell weiter gesteigert habe, sagt der 70-Jährige. Dass der Feldkircher in der Heimat intensives Lauftraining mit Vater Sladjan und Bruder Filip absolviert hatte, war sogar dem "Charlotte Observer" eine Schlagzeile wert und zeigt den Status, den Brajkovic mittlerweile erreicht hat. Die Wildcats haben insgesamt 25 Partien in ihrem Programm 2020/21, 18 davon in der Conference. Das anschließende A-10-Turnier ist vom 10. bis 14. März 2021 angesetzt. Brajkovic hat bisher 64 Spiele für Davidson absolviert. Möglicherweise wird man ihn bald eine Etage höher sehen.(apa/art)