Der Auftakt der Weltcup-Saison der Kunstbahn-Rodler in Igls hat einen österreichischen Doppelsieg gebracht. Eher war das im Herren-Einsitzer für möglich gehalten worden, doch im Endeffekt schlugen die Doppelsitzer zu. Thomas Steu/Lorenz Koller gewannen das Heimrennen vor ihren Landsleuten Yannick Müller/Armin Frauscher. Im Herren-Einsitzer klappte es beim Sieg des Deutschen Felix Loch nur knapp nicht mit einen ÖRV-Podestplatz. Im Endeffekt wurden es die Ränge vier bis sechs.

Steu/Koller hatten nach Lauf eins geführt und markierten auch im zweiten Heat Bestzeit. Müller/Frauscher katapultierten sich mit der zweitbesten Zeit in der Entscheidung vom vierten Platz nach vor. Ihr Rückstand betrug 0,225 Sekunden. Den routinierten Deutschen Toni Eggert/Saascha Benecken blieb so nur Rang drei (+0,280). Selbst Chefcoach Marco Friedl hatte diesen Erfolg nicht erwartet: "Wir freuen uns riesig. Für Müller/Frauscher ist es das zweite Jahr, und da Top zwei. Ich bin ganz überrascht."

"Ein geiler Tag, Doppelsieg für Österreich, mich freut das riesig für die anderen zwei", sagte Steu. "Wir haben hart gearbeitet im Sommer, das war nicht immer leicht mit der Verletzung. Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich so gut klappt, aber jetzt sind wir wieder da, wo wir hin wollen." Überglücklich war Frauscher: "Unser Ziel waren eigentlich die Top 6. Dass wir beim zehnten Weltcup, den wir fahren, schon bei den Großen mitspielen können zeigt, wie super das Trainerteam ist."

Ein Traum-Comeback

Während es für das junge Doppelsitzer-Duo Müller/Frauscher mit ihrem ersten Podestplatz ein Traum-Ergebnis ist, ist es für Steu/Koller nach Steus Schien- und Wadenbeinbruch ein Traum-Comeback. Umso überraschender und vor allem überzeugender zum Auftakt der vor-olympischen Saison nun dieses Abschneiden. Für die erfolgsverwöhnten Deutschen Tobias Wendl/Tobias Arlt blieb hingegen nur Rang vier (+0,334).

Im Männer-Einsitzer klassierte sich Olympiasieger David Gleirscher rund 3/100 hinter dem Podest vor Vize-Weltmeister Jonas Müller und seinem Bruder Nico Gleirscher als Vierter. Die Gleischers fielen in der Entscheidung um je zwei Ränge zurück, Müller machte sechs Plätze gut. Er hatte sich nach Lauf eins wegen einer Bandenberührung im flacheren Teil auf Rang elf wiedergefunden, startete aber eine Aufholjagd. "Der fünfte Platz passt ganz gut. Aber ich weiß, dass ich es besser kann", sagte der Vorarlberger.

Müller hatte 2019 in Igls seinen ersten Weltcupsieg gefeiert, David Gleirscher hat allein wegen seines Olympiasieger-Status größere Ansprüche an sich. "Natürlich ist das ärgerlich", kommentierte der Tiroler seinen Rückfall von Rang zwei. "Grundsätzlich bin ich aber zufrieden." Seine Landsleute Wolfgang Kindl und Reinhard Egger haben sich als Zwölfter bzw. 13. ebenfalls für den sonntäglichen Sprint qualifiziert. Vorne feierte Felix Loch vor Landsmann Johannes Ludwig seinen 40. Weltcupsieg.