Es gibt bekanntlich immer zwei Seiten einer Medaille - oder halt auch: keiner Medaille. Denn für Österreichs Biathleten war der Weltcup-Auftakt in Finnland am vergangenen Wochenende nicht nach Wunsch verlaufen, was immerhin die Perspektive auf Besserung birgt. Im Kontiolahti-"Doppel" geht es heute schon mit dem zweiten Weltcup-Wochenende weiter, auf dem Programm stehen vorerst die Sprint-Rennen bei Herren (13.30 Uhr) und Damen (16.30 Uhr), ehe am Samstag und Sonntag die Staffel- und Verfolgungsrennen folgen.

Vor allem bei den Herren gibt es reichlich Luft nach oben, nachdem die ersten Bewerbe keinen einzigen Platz unter den Top 20 für Simon Eder, Julian Eberhard und Co. gebracht hatten. Bei den Damen indessen gab es drei Platzierungen in diesem Bereich, im Sprint schrammte Lisa Hauser als 13. mit einer starken Leistung in der Loipe nur durch einen Fehlschuss im Stehendanschlag an einem Top-Ten-Platz vorbei. "Ich weiß, dass ich mir für eine Spitzenplatzierung im Sprint eigentlich keinen Fehlschuss leisten darf", sagt die klare Nummer eins im heimischen Team der Skijägerinnen, die mit ihrer Form aber zufrieden ist.

Galt Hauser lange als "Lonely Fighter" bei den Damen, haben sich in ihrem Windschatten auch die anderen wie Julia Schwaiger und Dunja Zdouc, die am ersten Wochenende ebenfalls Top-20-Platzierungen erreichten, gut entwickelt. In der Corona-bedingt verfrüht abgebrochenen Vorsaison sorgten Hauser (5), Christina Rieder (1), Katharina Innerhofer (3) für neun Top-Ten-Ränge, dazu kamen zwei in der Staffel, was die deutlich vergrößerte Quantität an Qualität untermauert.

Herren bleiben hinter ihrem Können zurück

Die Herren indessen können sich im Jahr eins nach Dominik Landertinger - der ehemalige Weltmeister gibt in der Tradition vieler "Ehemaliger" am Donnerstag sein Debüt als ORF-Co-Kommentator - damit trösten, dass es nach dem Auftakt nur besser werden kann. Vor allem Eberhard, als Gesamt-20. des Vorjahres Bester in der Endabrechnung, und Eder sind sowohl bei den ersten Rennen als auch in der vergangenen Saison deutlich unter ihrem eigentlichen Können geblieben. Dazu soll Hoffnungsträger Felix Leitner endlich der ersehnte Durchbruch gelingen. Bei einzelnen Rennen hat der 23-Jährige schon aufgezeigt, nun soll auch die Konstanz verbessert werden. Noch steht die Saison ja erst am Beginn. Und nach diesem kann es fast nur besser werden.