Wegen der geplanten Eishockey-WM mit Weißrussland als Co-Gastgeber erhöht das Europaparlament den Druck auf den Eishockey-Weltverband (IIHF). Staatschef Alexander Lukaschenko, "ein brutaler Diktator und selbsterklärter Eishockey-Liebhaber, verstößt gegen alle moralischen Prinzipien, die Ihrem Verband am Herzen liegen", heißt es in einem Brief an IIHF-Präsident Rene Fasel.

Das Schreiben, das der deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurde von 49 Europaabgeordneten unterzeichnet, wie Co-Initiatorin und Grünen-Politikerin Viola von Cramon am Mittwoch sagte. Es ist bereits der zweite Brief aus dem Parlament an den Schweizer Fasel in dieser Sache. Da es kein Einlenken gegeben habe, müsse man den Druck erhöhen, sagte Von Cramon.

Die Eishockey-Weltmeisterschaft ist vom 21. Mai bis 6. Juni in Lettland und Weißrussland geplant. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl im August halten in Belarus jedoch die Proteste gegen Lukaschenko an. Mehrere Menschen wurden getötet und Dutzende verletzt. Mehr als 30.000 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Die EU verhängte nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten Sanktionen gegen Vertreter der belarussischen Sicherheitsorgane.

"Diktatoren wie Lukaschenko respektieren den Sport nicht wie Sie, sie beuten ihn aus, um ihre brutalen Regime zu festigen und Legitimität vorzutäuschen", heißt es nun in dem Schreiben der Parlamentarier vom Dienstag. Der Weltverband habe nun die Verantwortung, den eigenen Grundsätzen gerecht zu werden. "Der 'Puck' ist in Ihrem Feld." Viola von Cramon betonte, die WM dürfe nicht in Belarus stattfinden, "weil man damit die Macht des Diktators Alexander Lukaschenko noch zementiert, festigt, legitimiert". (apa/dpa)