Nach seinem Sieg über Mensur Suljovic bei der Darts-Weltmeisterschaft war Gary Anderson auf den Wiener nicht gut zu sprechen. Als der Schotte am Montagabend nach rund eineinhalb Stunden im Londoner Alexandra Palace mit 4:3 gesiegt hatte, polterte "The Flying Scotsman" los. Andersons Zielscheibe: Das extrem langsame Spieltempo seines Gegners. "Das war ein absoluter Witz. Ich spiele Darts. Ich wollte immer Darts spielen. Aber das hatte nichts damit zu tun", sagte der Brite.

Schon auf der Bühne hatte der Ex-Weltmeister immer wieder die Stirn gerunzelt und gehadert, wenn er eine gefühlte Ewigkeit auf die drei Würfe von Suljovic warten musste. Anderson meinte später: "Wenn das so weitergeht, höre ich auf. Dann gehe ich lieber eine Runde Golf spielen. So etwas mache ich nicht noch einmal mit."

Die Routiniers Anderson und Suljovic hatten zuvor ein furchtbares Spiel geboten. "Gibt es irgendjemanden, dem das Spaß gemacht hat?", fragte Anderson, Weltmeister von 2015 und 2016. Er wette darauf, dass 90 Prozent der Zuschauer während dieser Partie den Fernseher abgeschaltet haben.

Suljovic verlor gegen Anderson zum fünften Mal in Folge. Der 48-Jährige hoffte nach einem "richtig harten" Jahr auch für seine Familie auf Besserung. "Ich habe viele Turniere verpasst und hoffe, dass ich mich nächstes Jahr nur auf Darts fokussieren kann und 2021 besser wird", sagte Suljovic. (apa)