Der Start in die unmittelbare WM-Vorbereitung hat für Österreichs Handball-Männer am Mittwoch mit einer 27:36-Niederlage im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland geendet. Eine starke erste Viertelstunde war in Graz wie erwartet nicht genug, um den Favoriten ernsthaft zu gefährden. Für die in der kommenden Woche startende WM in Ägypten durfte sich Rot-Weiß-Rot, das unter anderem auf seinen Star Nikola Bilyk verzichten muss, aber gerade im Angriff Selbstvertrauen holen.

In der EM-Qualifikation bleibt Österreich (2 Spiele/2 Punkte) in Gruppe 2 vorerst Zweiter hinter den Deutschen (3/6), konnte am Abend aber noch von Bosnien (gegen Estland) eingeholt werden. Das "Rückspiel" steht am Sonntag (18.10 Uhr/ORF Sport+) in Köln auf dem Programm. Zwei Tage darauf reist die ÖHB-Auswahl nach Ägypten, wo man ab Donnerstag auf Außenseiter USA, Vize-Weltmeister Norwegen und den mehrfachen Welt- und Europameister Frankreich trifft.

In Graz zeigte die Truppe am 42. Geburtstag von Teamchef Ales Pajovic jedenfalls, dass man auch ohne die Stammkräfte Bilyk, Janko Bozovic, Fabian Posch und Alexander Hermann konkurrenzfähig ist - gerade in der Anfangsphase. Die neu formierte Einser-Angriffsreihe um Lukas Hutecek, Gerald Zeiner und Boris Zivkovic beziehungsweise um Tobias Wagner und den Flügeln Robert Weber sowie Sebastian Frimmel zeigte mehrere schöne, schnelle Aktionen. Deutschland, dem mit Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold sowie einem halben Dutzend weiterer Akteure viel Personal fehlte, hatte wiederum zunächst Abstimmungsprobleme in der Defensive.

"Wurden für Fehler bestraft"

Dennoch blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen. "Es war das erste Spiel nach langer Zeit", erklärte Pajovic im Anschluss. "Wir haben viele Probleme im Zwei-gegen-Zwei gehabt, das haben wir in der zweiten Hälfte besser gelöst. Aber Deutschland hat super Spieler, die jeden Fehler bestrafen. Gerade in den letzten 15 Minuten waren wir ein bisschen zu ungeduldig", so der Coach. Im Angriff forderte er "mehr aus dem Rückraum", "gerade auf der linken Seite, da muss mehr Gefahr her".