Der US-Sport, könnte man fast sagen, will man derzeit nicht sein. Denn nachdem dieser im vergangenen Jahr eindrucksvolle Zeichen gegen Rassismus gesetzt hatte, wird er nun nicht nur von der Corona-Pandemie, sondern auch von einem Eklat um den Schwimm-Olympiasieger Klete Keller überschattet.

Der 38-Jährige soll sich US-Berichten zufolge an den Krawallen am 6. Jänner, bei denen ein Mob an Donald-Trump-Anhängern das Kapitol in Washington gestürmt hatte, beteiligt haben. Zumindest legen Videoaufnahmen dies nahe.

Keller hatte 2004 in Athen und 2008 in Peking mit der US-Staffel über 4 mal 200 Meter Kraul unter anderem mit Michael Phelps Gold geholt, Einzel-Bronze gewann er über 400 Meter Kraul 2000 in Sydney sowie 2004. Die Fach-Homepage swimswam.com gab an, dass Keller in einer Jacke des Olympia-Teams von zumindest einem Dutzend Sportlern aus dem Schwimm-Lager auf den Videos erkannt wurde. Keller selbst konnte aber nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. An der Ausübung von Gewalttaten sei Keller jedenfalls nicht gesehen worden.

Nach Information der "New York Times" habe der fünffache Olympia-Medaillengewinner seine Konten in Sozialen Medien gelöscht, darin sollen viele Pro-Trump-Einträge zu sehen gewesen sein. Sein Vertrag mit einer Immobilienfirma, bei der er nach Ende seiner aktiven Karriere beschäftigt war, wurde aufgelöst. "Wir unterstützen das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest. Aber wir können keine Rechtsbrüche dulden", hieß es in einer Aussendung.

Corona-Fälle in der NBA und NHL

Doch nicht nur der Sturm des Kapitols, der von zahlreichen anderen Sportlern scharf verurteilt wurde, macht dem Sport zu schaffen, sondern auch die nach wie vor wütende Corona-Pandemie: Unmittelbar vor dem Auftakt der Eishockey-Liga NHL in der Nacht auf Donnerstag (mit dem Spiel der Philadelphia Flyers mit Michael Raffl gegen die Pittsburgh Penguins) wurde bekannt, dass 27 Profis positiv getestet worden sind.

In der Basketball-Liga NBA, in der die San Antonio Spurs mit Jakob Pöltl zuletzt einen 112:102-Sieg bei Oklahoma City Thunder gefeiert haben, mussten weitere Spiele verschoben werden, die Liga verschärft daher die Maßnahmen. Auf eine Bubble wird aber weiterhin verzichtet. Fortsetzung folgt, so oder so.