Der französische Motorrad-Pilot Pierre Cherpin ist fünf Tage nach seinem schweren Sturz bei der Rallye Dakar verstorben. Dies berichteten die Organisatoren am Freitag. Der 52-Jährige, der an seiner vierten Rallye Dakar teilgenommen hatte, war nach dem Unfall in Saudi-Arabien einem neurochirurgischen Eingriff unterzogen und in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden.

"Während des Transfers mit einer Sanitäts-Flugzeug von Jeddah nach Frankreich ist Pierre Cherpin an den Folgen der Verletzungen des Sturzes verstorben", hieß es in eine Statement. Der Sturz war am 10. Jänner auf der 7. Etappe von Ha'il nach Sakaka passiert.

Walkner beendet Rallye als Neunter

Die Nachricht seines Todes überschattete auch die letzte Etappe am Freitag. KTM-Werkspilot Matthias Walkner beendete diese wie das erste Teilstück auf dem dritten Rang und schob sich auf den neunten Gesamtrang vor. Der Salzburger verabschiedete sich mit einem starken Rennen, auch wenn er einen Stacheldrahtzaun übersehen hat. Der heftige Sturz verlief glimpflich. Den Gesamtsieg holte der Argentinier Kevin Benavides, 4:56 Minuten vor Titelverteidiger und Schlussetappensieger Ricky Brabec (USA/beide Honda).

Walkners KTM-Markenkollege Sam Sunderland fiel vom zweiten auf den dritten Gesamtrang zurück. Für Benavides war es nach 47:18:14 Stunden der erste Gesamtsieg seiner Karriere. Für Walkner war es nach einem Kupplungsdefekt auf der zweiten Etappe und damit verbundenem Zeitverlust von rund zweieinhalb Stunden (Zwischenrang 43) noch ein Happy End als Neunter.

Bei den Autos gewann Rekordsieger Stephane Peterhansel zum insgesamt 14. Mal die Dakar. Der 55-jährige Franzose im X-Raid Mini brachte nach der Schlussetappe seinen komfortablen Vorsprung auf den für Toyota fahrenden Katarer Nasser Al-Attiyah (+15:05 Min.) sicher ins Ziel. Für Peterhansel ist es seit 2004 der achte Gesamtsieg mit dem Auto. Davor hatte "Mr. Dakar" zwischen 1991 und 1998 sechsmal auf dem Motorrad triumphiert.

"Froh, gesund im Ziel zu sein"

Die seit 2020 in Saudi-Arabien ausgetragene Dakar war die 43. Auflage der Langzeit-Rallye. "Ich habe heute noch einmal Vollgas gegeben und bin richtig glücklich, nun gesund im Ziel zu sein", sagte Walkner. Vor der Schlussetappe hatte er noch gemeint, dass er während der ganzen Dakar kein einziges Mal gestürzt sei, doch da hat er den Tag vor dem Abend gelobt. "Dann fahre ich heute mit 60 km/h in einen Stacheldrahtzaun, der nicht nachgegeben hat. Mich hat es mit voller Wucht vom Motorrad gerissen, und zum Glück war das Brillenglas hart genug und hatte vom Stacheldraht nur ein paar Kratzer abgekommen. Lippe und Schulter hab ich mir etwas beleidigt, und ein paar Sterne sehe ich immer noch, aber es geht mir gut."

Die Rallye-Dakar-Rennen werden seiner Ansicht nach jedes Jahr anspruchsvoller. "Das war heuer schon echt eine brutale Dakar." Walkners Resümee: "Es war heuer eine sehr schwierige Dakar für mich. Dabei hat alles so gut begonnen, aber dann der Kupplungsdefekt, bei dem ich knapp zweieinhalb Stunden verloren habe. Das hat auf einen Schlag und gleich auf der zweiten Etappe jegliche Podiumshoffnungen zerschlagen." Die Motivation für "die goldene Ananas" sei aber manchmal schwierig gewesen, gestand der Salzburger. (apa/red)