Titelverteidigerin Vanessa Herzog hat die Sprint-EM im Eisschnelllauf auf Endrang sechs beendet und durch den Startverzicht einer Konkurrentin damit am Sonntag im Vergleich zur Halbzeitwertung einen Platz gewonnen. Die 25-Jährige belegte am Schlusstag in Heerenveen über 500 Meter Rang vier sowie über 1.000 m Platz acht. Jutta Leerdam fing auf den abschließenden 1.000 Metern die Russin Angelina Golikowa ab und holte den Titel. Alle vier Goldmedaillen gingen an die Niederlande.

Die Allround-Titel hatten davor zum zweiten Mal Antoinette de Jong und erstmals Patrick Roest vor Landsleuten geholt. De Jong gewann vor Irene Schouten und Martina Sablikova, Roest vor Marcel Bosker und Sverre Lunde Pedersen. Der Tiroler Gabriel Odor hielt sich bei seinem EM-Debüt sehr gut, wurde nach den Rängen fünf und sieben über 500 beziehungsweise 1.500 Meter Zwölfter. Sprint-Bronze ging an De Kok, bei den Männern siegte Thomas Krol vor Hein Otterspeer und Joel Dufter.

"Es war ein solides, aber kein schnelles Rennen über 500 Meter", sagte Herzog nach ihren 37,70 Sekunden. "Mein Start war nicht so optimal, die Runde war ganz gut, aber das Defizit der ersten 100 Meter war halt unmöglich aufzuholen." Mit dem Tausender in 1:17,72 Minuten war sie dann gar nicht zufrieden. "Der war dann leider gar nichts. Ich wollte mich auf die Technik konzentrieren, habe nach einem guten Start dann aber zwei Stile vermixt und somit war es eigentlich nach der zweiten Kurve schon gelaufen."

Drei Debütanten beim Weltcup

Odor äußerte sich hingegen uneingeschränkt zufrieden. Der 20-jährige Tiroler sorgte bei den Männern für das beste rot-weiß-rote Ergebnis seit 2000, damals war Marnix ten Kortenaar im "Wikingerschiff" von Hamar Zehnter geworden. In 1:47,46 Minuten verfehlte er seine 1.500-Meter-Bestzeit nur um 0,12 Sekunden. "Vor allem auf die letzte Runde bin ich richtig stolz, die war fantastisch." Lediglich zwei andere Aktive waren da schneller. Die abschließenden 10.000 Meter waren nur den Top Acht vorbehalten.

An den kommenden beiden Wochenenden geht es für Österreichs Eisschnellläufer mit dem ersten von zwei Saison-Weltcups weiter, beide wie die Einzelstrecken-WM im Februar ebenfalls in Heerenveen vor leeren Rängen. Dort stoßen mit Ignaz Gschwentner, Katharina Thien und Natalie Kerschbaummayr gleich drei Debütanten zum rot-weiß-roten Team mit Herzog und Odor. Herzog zuversichtlich: "Positiv, dass wir über 500 Meter dabei sind, und darauf gilt es jetzt in den nächsten Wochen aufzubauen." (apa)