Das Coronavirus hat auch die NBA fest im Griff. 15 Spiele der nordamerikanischen Basketball-Profiliga wurden in den ersten vier Wochen der neuen Saison bereits abgesagt. Laut Österreichs NBA-Legionär Jakob Pöltl müsse man bei einer weiteren Verschlechterung der Situation auch eine Unterbrechung der Spielzeit in Betracht ziehen. "Wenn es in der Gesellschaft zu viele Erkrankungen gibt, oder wenn es sportlich keinen Sinn mehr macht, muss man auf jeden Fall überlegen, was die Alternativen sind", sagte Pöltl im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Auch wenn alle Teams in ähnlichem Maße betroffen seien, ortet der Wiener eine gewisse "Wettbewerbsverzerrung". Wegen Infektionen und naher Kontakte standen zuletzt mehreren Klubs nicht die erforderlichen acht einsatzbereiten Spieler zur Verfügung. Dazu hat die Liga bereits die Hygienemaßnahmen verschärft. "Wir verbringen die Zeit nur noch im Hotel oder in der Halle, sonst ist Ausgangssperre", schilderte Pöltl vor einem Gastspiel seiner San Antonio Spurs bei Stephen Curry und den Golden State Warriors in San Francisco in der Nacht auf Donnerstag. "Wir sind in Selbstisolation, es gibt verschärfte Maskenpflichten."

Sportlich ging es für Pöltl zuletzt bergauf. In den jüngsten zwei Spielen scorte der 25-Jährige jeweils zweistellig und erntete auch für seine Verteidigungsleistung großes Lob. Vorerst muss er sich aber weiter hinter Center-Routinier LaMarcus Aldridge anstellen.

Bei Pöltl haben die Vorgänge in seiner Wahlheimat jedenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Es war schon offensichtlich, dass das Land sehr gespalten ist zur Zeit. Aber ich habe nicht geglaubt, dass es jemals soweit kommen wird. Ich war schockiert", sagte er über den Kapitolsturm. Pöltl sieht tiefe Gräben in der Gesellschaft, gegen die auch der neue Präsident Joe Biden nur einen Prozess in Gang bringen könne. "Im Endeffekt muss die Bevölkerung bereit sein, Schritte aufeinander zuzumachen." (apa)