Deutschlands Handballern droht bei der WM in Ägypten die vorzeitige Heimreise. Durch die zweite Turnier-Niederlage beim 28:32 gegen Europameister Spanien zum Auftakt der Hauptrunde hat das Team von Alfred Gislason nur noch minimale Chancen auf den Viertelfinaleinzug und das Weiterkommen nicht mehr in den eigenen Händen. Mit zwei Punkten belegt die DHB-Auswahl in der Gruppe I nur den vierten Platz.

Im Kampf um ein Ticket für die K.o.-Runde muss der EM-Fünfte des Vorjahres seine abschließenden Duelle gegen Brasilien und Polen unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf Patzer des noch ungeschlagenen Spitzenduos Ungarn (29:23 gegen Brasilien) und Spanien hoffen.

In der Gruppe II behauptete Dänemark indessen durch ein 32:23 gegen Katar die Tabellenführung. Der ebenfalls noch ungeschlagene Vizeeuropameister Kroatien wahrte durch ein 28:18 gegen Bahrain seine Chancen und hat einen Punkt Rückstand auf die Dänen.

Tschechiens Trainerteam entlassen

 Indessen hat das Corona-Chaos, das schon das Vorfeld beziehungsweise den Beginn der WM überschattete, erste Konsequenzen. Der tschechische Verband hat nach dem Rückzug des Teams das gesamte Trainerteam vor die Tür gesetzt. Chefcoach Jan Filip und Assistent Daniel Kubes hätten nach Ansicht des Großteils der Verbandsführung falsch auf die sich verschärfende Corona-Lage in Tschechien reagiert, heißt es.

So sei das Vorbereitungsprogramm schlecht gewählt und nicht rechtzeitig eine Ersatzmannschaft an einem anderen Ort versammelt worden. Diese Versäumnisse seien ein "inakzeptables Versagen" und hätten den Ruf des tschechischen Handballs in der Welt beschädigt. Filip und Kubes waren ebenso wie zwölf Spieler aus dem WM-Kader positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden.

Verbandschef Jaroslav Chvalny und drei weitere Präsidiumsmitglieder sprachen sich gegen die Entlassungen der Trainer aus und erklärten aus Protest selbst ihren Rücktritt. (apa/dpa)