Tom Brady, Tom Brady, Tom Brady und noch ein paar Mal Tom Brady. Insgesamt zehn Mal könnte man hier seinen Namen schreiben, doch das wäre langweilig. Wie auch die Erfolge des 43-jährigen Star-Quarterbacks wenn schon nicht langweilig, so doch irgendwann einmal Routine zu werden scheinen. Denn so oft - zehn Mal eben - hat es Brady nun schon ins Finale der National Football League um den Super Bowl geschafft, sechs Mal hat er sie gewonnen.

Nach seinen bisherigen Erfolgen mit den New England Patriots führte der Ausnahmespieler nun also trotz einiger Patzer auch die Tampa Bay Buccaneers ins Endspiel, ein 31:26 bei den Green Bay Packers machte es möglich, dass erstmals eine Mannschaft das "Finale dahoam" bestreiten darf. Doch in diesem wartet in Titelverteidiger Kansas City Chiefs nun eine denkbar schwierige Aufgabe - und mit ihnen ein Mann, dessen Erfolge zwar zahlenmäßig noch nicht an jene Bradys heranreichen, aber nicht minder märchenhaft und geeignet sind, einen Ausblick auf die Zukunft der NFL zu liefern.

Denn Patrick Mahomes, als Quarterback quasi "Chef der Chiefs", wird von Experten nicht nur als erster Kandidat genannt, wenn es darum geht, wer als ehester dereinst in die Fußstapfen Bradys treten könnte; er verkörpert auch eine neue Generation an Quarterbacks, die eigentlich so gar nicht dem Brady’schen Stil entsprechen.

Dass Mahomes, beim Titelgewinn Kansas’ vor einem Jahr bester Spieler des Finales, diesmal überhaupt würde antreten können, war gar nicht so sicher. In der Woche davor hatte er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen, erst am Freitag hatten die Ärzte, die ob der schweren Folgen von Kopfverletzungen in der Vergangenheit sensibilisiert sind, grünes Licht für ein Antreten gegeben.

"Derselbe Pat wie immer"

Der 25-jährige Mahomes hatte sich davon aber die ganze Woche über nicht aus der Ruhe bringen lassen, wie sein Mitspieler Tyrann Mathieu erzählte: Er habe ihn, Mahomes, in der Umkleidekabine gesehen, "und er hatte diesen Blick in den Augen". Dieser Blick, er habe gesagt: "Vergesst nicht auf mich", wie Mathieu schilderte. "Er war derselbe Pat, derselbe Teamkollege, derselbe Anführer wie immer. Er kümmert sich nicht um die Situation und die Umstände, er scheint über allen diesen Dingen zu stehen."

Tatsächlich ist Mahomes so etwas wie ein "stiller" Anführer, eine Leitfigur durch Vorbild. Während Bradys Sympathien für den nunmehrigen Ex-Präsidenten Donald Trump bekannt sind, engagiert sich Mahomes, wenn auch mehr im Hintergrund, gegen Rassismus und für sozial Schlechtergestellte.

 

Brady ist zum zehnten Mal im Finale. - © afp / getty / Stacy Revere
Brady ist zum zehnten Mal im Finale. - © afp / getty / Stacy Revere

Und anders als bei Brady, Brady, Brady, Brady zum Zehnten, dessen Wechsel von den Patriots zu den Buccaneers mit ebenso großem Riesengedöns in den Medien begleitet worden war wie seine Beziehung zu Topmodel Gisele Bündchen, ist es um ihn abseits des Gridiron vergleichsweise still. Nichtsdestotrotz ließ Mahomes auch gegen die Buffalo Bills seine Tugenden erkennen, die ihn von Brady abheben - seine Mobilität, sein Laufspiel, seine kreative und manchmal auch unorthodoxe Art. Sich selbst wollte er aber nicht im Vordergrund sehen, sagte er danach. "Das Beste an diesem Team ist, dass wir aneinander glauben", sagte er. Und: "Der Job ist noch nicht erledigt."

Super Bowl am 7. Februar

Es ist eine Fokussiertheit, die bei einem 25-Jährigen beachtlich nicht, noch dazu bei einem, der die Bürde zu tragen hat, der bestverdienende NFL-Spieler zu sein. Den "Job erledigen" wollen die Kansas City Chiefs nun am 7. Februar im Super Bowl in und gegen Tampa Bay. Doch auch für Mahomes und Co. gilt: Es ist ein schwieriger Gegner, den es aus dem Weg zu räumen gilt - und eine Legende des American Football.