Dominic Thiem will schon beim Kaltstart ordentlich aufs Gas steigen. "Je rascher ich in den höchsten Gang komme, desto besser ist es", sagte Thiem wenige Stunden vor dem in der Nacht auf Dienstag startenden ATP-Cup im australischen Melbourne. Das Event sieht Österreichs Tennis-Star aber nicht als Probegalopp für die darauffolgenden Australian Open. "Wir alle versuchen vom ersten Punkt an, im höchsten Gang unterwegs zu sein. Es warten starke Gegner, wir brauchen also den höchsten Gang, um zu gewinnen", sagte Thiem mit Blick auf die Gruppengegner Italien und Frankreich.

Der Weltranglistendritte verwies aber auch darauf, dass man mit einem "bisschen langsameren Start" bis zum ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres ab 8. Februar schwer zur Topform auflaufe. "Das kann man nicht so einfach kalkulieren." Für den 27-Jährigen bedeutet das im Umkehrschluss: "Am besten wären hundert Prozent von jetzt an." In punkto Störfaktoren wird das Herantasten für Thiem weitergehen. Zwar werden für den Cup weniger Zuschauer im Stadion erwartet als eine Woche darauf. Doch nach vielen Matches der Stille werden die Akteure wieder vor Publikum spielen - und den Klang des Balles beim Verlassen des gegnerischen Rackets weniger klar wahrnehmen.

"Es wird ein paar Games oder eine halbe Stunde, Stunde brauchen, um sich daran zu gewöhnen, weil der Sound doch anders ist", vermutete Thiem. "Vielleicht wird auch die Nervosität ein bisschen größer sein, weil du auch für die Zuschauer spielst. Man will sie ja unterhalten. Es ist doch ein Unterschied, ob du für Zuschauer vor dem TV spielst oder live."

Wieder vor vollem Haus

Für Thiem sind es, beginnend mit dem Match gegen Matteo Berretini in der Nacht auf Dienstag, die ersten vor Zuschauern in Bewerbsspielen. Schon beim Showduell gegen Rafael Nadal (5:7, 4:6) spielte der 17-fache Turniersieger nach 14 Tagen Quarantäne am Freitag erstmals seit fast einem Jahr vor vollem Haus. Den Cup eröffnet hat sein Freund, Dennis Novak, der ab 0.10 Uhr in der John Cain Arena auf Fabio Fognini traf. Die Partien werden mit einem Doppel abgeschlossen. Am Donnerstag (0 Uhr MEZ) spielt Österreich gegen Frankreich.