Österreichs Tennis-Team der Herren hat am Dienstag zum Auftakt des ATP Cups in Melbourne gegen Italien eine 1:2-Niederlage bezogen. Den einen Punkt für Rot-Weiß-Rot holte eher unerwartet Dennis Novak mit einem 6:3, 6:2-Erfolg gegen den Weltranglisten-17. Fabio Fognini. Dominic Thiem unterlag aber danach einem stark aufgetretenen Matteo Berrettini 2:6, 4:6. Letztlich verloren Novak/Thiem im Doppel gegen Berrettini/Fognini 1:6, 4:6. In der Gruppe C spielt am Mittwoch Italien gegen Frankreich, die Franzosen sind am Donnerstag (0.00 Uhr, live ServusTV und Sky) Österreichs zweiter Gegner.

Die Chancen auf den Aufstieg in das Halbfinale sind für Thiem und Co. nun schon sehr gering, denn nur der Sieger des Dreier-Pools kommt weiter. Bei einem Sieg der Italiener auch gegen Gael Monfils und Co. wäre die von Wolfgang Thiem betreute ÖTV-Crew also bereits vor der abschließenden Begegnung dieser Gruppe aus dem Rennen.

Thiem hätte die Seinen zum Sieg führen sollen, der 27-Jährige wollte nur sechs Tage vor Beginn der Australian Open möglichst schnell auf Touren kommen. Das traf dann aber freilich auf seinen Gegner zu. Berrettini hatte zwar schon in der ersten Jänner-Hälfte beim Turnier von Antalya gespielt, die Sicherheit und Präzision der meisten seiner Schläge erstaunten aber. In der erst mit Fortdauer des Länderkampfs besser gefüllten "John Cain Arena" blieb Thiem so kaum eine Gelegenheit, sein Können zu entfalten.

Nach je zwei souveränen Aufschlagspielen gelang Berrettini das Break zum 3:2, und ab da war er bis Mitte des zweiten Satzes nicht mehr zu halten. Insgesamt neun Games in Folge gingen an den Weltranglisten-Zehnten. Bei einem 1:4 Rückstand im zweiten Durchgang keimte bei den Thiem-Fans noch einmal Hoffnung auf, als US-Open-Gewinner Thiem per Lob zu einem Break kam. Doch danach ging nicht mehr viel, Berrettini servierte aus und ging im Head-to-Head mit 3:2 in Führung.

Es war Thiems erstes Bewerbsspiel seit dem verlorenen Endspiel beim Londoner ATP-Finalturnier beziehungsweise mehr als zehn Wochen. Es ist bekannt, dass er meist ein wenig braucht, um in die Gänge zu kommen. Daher bekam er im Doppel noch eine weitere Chance, während die Doppelspezialisten Philipp Oswald und Tristan-Samuel Weissborn von Vater Thiem auf der Bank gelassen wurden. Mit seinem guten Freund Novak schien dann aber nur im zweiten Satz etwas möglich, doch die Gegner wirkten entschlossener. Das hatte aber auch auf Novak im Auftakt-Einzel zugetroffen. Auch wenn Fognini einen seiner lustloseren und schlechteren Tage hatte, nach Break-Rückstand zum 0:1 gab Österreichs Nummer zwei überzeugend den Ton an. Er nahm seinem Gegner die Aufschläge zum 1:1 und 3:1 ab, im zweiten Satz resultierten mehrere Breakbälle in einer 2:1-Führung des Niederösterreichers.

"Ich habe mich da reingekämpft", sagte der mit etlichen schönen Bällen brillierende Novak nach seiner Partie. Wie verkehrt die österreichische Tennis-Welt an diesem Tag war, zeigt auch die Statistik. Novak hatte mit dem ersten Service eine Erfolgsquote von 71 Prozent, fabrizierte mit 13 gleich um 25 weniger unerzwungene Fehler als Fognini und durfte sich letztlich über eine satte Beute von 65 Punkten freuen. Thiem hingegen kam auf eine Service-Quote von nur 62 Prozent, musste 22 Winner Berrettinis passieren lassen, dessen risikohaftes Spiel allerdings auch 30 unerzwungene Fehler brachte (Thiem: 22).(apa)