Der erste Finalist im Herren-Einzel der Australian Open heißt Novak Djokovic. Der Weltranglistenerste aus Serbien setzte sich gegen den russischen Überraschungsmann Aslan Karazew klar mit 6:3, 6:4, 6:2 durch und beendete damit das Tennis-Märchen jenes Mannes, der davor mit Siegen über Diego Schwartzman und Grigor Dimitrow für Furore gesorgt hat - zumindest vorläufig. Denn Karazew darf sich damit trösten, vielleicht zwar nicht Sieger, aber einer der großen Gewinner des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres zu sein. Sein Karrierepreisgeld hat er in Melbourne verdoppelt, in der Weltrangliste stößt er auf Rang 42 vor - womit er sich einen nicht unwesentlichen Startvorteil für die weiteren großen Turniere in diesem Jahr verschafft.

Lob für die Leistungen des 27-Jährigen gab es dann auch von Djokovic, der sich nichts von seinen muskulären Beschwerden vom Match gegen Sascha Zverev anmerken ließ. "Riesige Gratulation an Aslan, er hat ein großartiges Turnier gespielt", sagte Djokovic. Er selbst kann sich das zweite Semifinale am Freitag zwischen Daniil Medwedew und Stefanos Tsitsipas nun in aller Ruhe zu Gemüte führen. Einen Siegertipp hat er nicht. "Das Match zwischen Stefanos und Rafael Nadal (der Grieche verwandelte einen 0:2--Satzrückstand noch in einen Sieg, Anm.) war das vielleicht beste bei diesem Turnier. Andererseits war es Daniil, der über die vergangenen Monate die besten Leistungen gebracht hat", sagte der 33-Jährige.

Der König von Melbourne ist aber weiterhin ist - und das möchte er freilich im Finale erneut unter Beweis stellen. 13 Jahre nach seinem ersten Grand-Slam-Sieg an selber Stelle ist er nun als 17-facher Grand-Slam-Sieger nach Australien zurückgekehrt, acht hat er hier gefeiert, darunter jene in den beiden vergangenen Jahren, zuletzt gegen Österreichs diesmal schon im Achtelfinale ausgeschiedenen Dominic Thiem. Mit einem weiteren Erfolg würde er Federer und Nadal schon gefährlich nahe kommen, drei Triumphe fehlen ihm auf den Allzeitrekord der beiden. Soweit will Djokovic freilich noch nicht denken. Die nächste Hürde ist bekanntlich die höchste. Mit dieser Einstellung nahm er schließlich auch jene namens Aslan Karazew. (art)