Er war, nein, er ist the "Goat" im Golfsport, sprich "the greatest of all time". Nun dürfte seine Karriere ein- für allemal beendet sein. Der 45 Jahre alte US-Amerikaner Tiger Woods war Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles mit dem Auto von der Straße abgekommen, hatte sich mehrfach überschlagen und dabei laut seinem Management mehrere offene Brüche erlitten. Nach Angaben der Behörden hatte der Vater zweier Kinder Glück und hätte sterben können.

"Offene Trümmerbrüche, die den oberen und unteren Teil des Schien- und Wadenbeins betroffen haben, wurden durch einen Stab im Schienbein stabilisiert", sagte Woods’ Arzt Anish Mahajan in einer Stellungnahme. Weitere Knochenverletzungen im Fuß und Knöchel seien mit einer Kombination aus Schrauben und Pins stabilisiert worden. Bei dem langen operativen Eingriff am rechten Bein sei zudem Druck vom Muskel genommen worden.

Tiger Woods ist - oder bleibt - einer der erfolgreichsten Sportler der Geschichte. - © afp / William West
Tiger Woods ist - oder bleibt - einer der erfolgreichsten Sportler der Geschichte. - © afp / William West

Der 45-Jährige sei wach, ansprechbar und erhole sich nun in seinem Zimmer, hieß es weiter. Weitergehende Angaben werde es vorerst nicht geben. Ob Woods bei dem Unfall nur am rechten Bein oder, wie von den Behörden zuvor angegeben, doch an beiden Beinen verletzt wurde, ging aus der Stellungnahme nicht hervor. Die "Los Angeles Times" und ESPN hatten berichtet, der 15-malige Major-Sieger und beste Golfer seiner Generation habe Frakturen an beiden Beinen sowie einen gebrochenen Knöchel.

Während von allen Seiten des Ozeans Genesungswünsche eintrudelten, erinnerten einige auch an den Unfall Wood’s von 2009, als Woods’ Familienverhältnisse plötzlich großes Thema waren. Doch während dieser diese nie verheimlichte, wurden die familiären Verhältnisse stets auch in Verbindung zu seinen sonstigen Aktivitäten gesehen - auch, als seine sportlichen Erfolge dies eigentlich überdecken sollten. Noch gehen die Glückwünsche in die "Never-give-up"-Richtung, doch dass Woods noch einmal auf die große Tour zurückkehren würde, scheint unwahrscheinlich. Am Wochenende war er als Gastgeber eines Turniers in Erscheinung getreten, an dessen Rande er gemeint hatte, er wisse nicht, wie es weitergehe. "Ich weiß nicht, was der Plan ist", antwortete er auf die Frage, ob er vor dem Masters Anfang April noch versuchen werde, bei einem anderen Turnier an den Start zu gehen. "Ich fühle mich gut. Ich bin noch ein bisschen steif", berichtete Woods, der zu diesem Zeitpunkt fünf Rückenoperationen binnen sechs Wochen hatte über sich ergeben lassen - und das ohne die jüngsten Schwierigkeiten.

Und selbstverständlich kamen in Folge des Unfalls weitere Bilder auf, jene, seines Unfalls aus dem Jahr 2009, als er sich danach in Therapie begeben musste. Sex- und Tablettensucht hatten damals die Schlagzeilen bestimmt.

Doch auch danach hatte er es geschafft, sich wieder sportlich aufzuraffen, hatte Kritiker und Skeptiker Lügen gestraft und eines der am meisten beachteten Comebacks im Sport hingelegt. Ob das diesmal gelingt, bleibt freilich abzuwarten. Und bis dahin gilt es, das Motto: "They’ll never come back" zu hinterfragen? Schließlich hatte der Golf-Star schon Anfang der Woche, als er bei dem von ihm mitveranstalteten Turnier in Los Angeles eine Rückkehr beim Masters in Augusta in die Sterne gestellt. "Ich hoffe es, Mann", sagte er auf eine entsprechende Frage. Nun hofft er - wie die gesamte Sport-Community -, dass er seine Beine bis dahin wieder bewegen kann. Oder überhaupt jemals wieder.