Europacup-Achtelfinale, das gibt’s im österreichischen Mannschaftssport nicht alle Tage. Doch was unter anderem Red Bull Salzburg im Fußball verwehrt geblieben ist, haben die Handballer der Fivers Margareten geschafft - und dabei viele, vielleicht auch sich selbst, überrascht. Als eines von nur zwei Teams, die in der ersten Qualifikationsrunde gestartet sind, ist man in der Runde der besten 16 der EHF European League noch dabei. In dieser geht es heute, Dienstag, gegen die Füchse Berlin (20.45 Uhr/ORF Sport+).

Auf welches Kaliber man dabei trifft, verdeutlichen Namen und Zahlen: Die Berliner sind zweifacher EHF-Cup-Sieger, zweifacher Vereinsweltmeister, haben in dem Dänen Hans Lindberg einen Spieler in ihren Reihen, der alle vier großen Titel (Olympia, WM, EM und Champions League) gewonnen hat, sowie drei Medaillengewinner der WM 2021.

Vor den großen Namen zu kapitulieren, ist für Fivers-Coach Peter Eckl und seine Mannschaft dennoch keine Option, im Hinspiel setzt man zum einen auf den Überraschungseffekt ("In einer Woche werden sie uns schon kennen und sich auf unser Spiel einstellen"), zum anderen auf einen klaren Plan. Gegen die "aus wahren Hünen, die sich unglaublich bewegen" bestehende Deckungsreihe müsse man die eigenen Stärken - Tempospiel und Wendigkeit - ausnützen, sagt er vor der Partie, die für die Fivers nicht nur das Spiel des Jahres ist, sondern nach den Wünschen von Kapitän Marus Kolar sogar das Potenzial hätte, in die Geschichte einzugehen. "Wenn sie den Fehler begehen, uns zu unterschätzen, müssen wir da sein und uns den Sieg holen. Wenn uns das gelingt, wird man über dieses Duell noch in 20 Jahren sprechen", meint der Wiener, einer der Routiniers im Fivers-Dress.

Darüber hinaus konnten die Margaretner bisher stets auf die Schussgewalt von Lukas Hutecek vertrauen, der mit 65 Treffern im laufenden Bewerb die Nummer drei der Torschützenliste ist. Besonders bitter ist daher der Ausfall des 20-jährigen WM-Teilnehmers, der sich nach einem Fingerbruch operieren lassen muss, wie am Montag bekannt wurde.

Apropos Tore: Mit dem 45:30 über Metalurg Skopje im letzten Heimspiel der Gruppenphase haben sich die Fivers so richtig warmgeschossen. Mit einem ähnlichen Festival ist freilich am Dienstag nicht zu rechnen. Soweit will man bei aller Euphorie dann doch nicht gehen.