Erstmals seit zehn Jahren machen sich die besten vier Mannschaften des Grunddurchgangs den Titel in der heimischen (beziehungsweise grenzüberschreitenden) Eishockeyliga aus. Ein klarer Favorit ist nicht auszumachen, wenn ab Sonntag (17.30 Uhr/Puls 24, Sky) im Halbfinale der HCB Südtirol und die Vienna Capitals beziehungsweise der KAC und Red Bull Salzburg in den Best-of-Seven-Serien um den Einzug ins Finale der ICE Hockey League (ab 11. April) kämpfen.

Die Ausgeglichenheit spiegelt sich auch in den Statistiken. Je drei Siege feierten die Caps und Bozen, die Nummer eins nach dem Grunddurchgang, in den direkten Begegnungen in dieser Saison, die Bilanz in Play-off-Duellen ist ebenfalls ausgeglichen. Jeweils im Halbfinale setzte sich 2018 Südtirol 4:1 durch, auf dem Weg zum Meistertitel 2017 stiegen die Wiener mit 4:0-Siegen auf. Martialisch ging es im Vorfeld zu. Bozen-Coach Greg Ireland meinte: "Das wird ein Krieg."

Sein Widerpart Dave Cameron konnte mit dieser Aussage seines kanadischen Landsmanns wenig anfangen: "Ich weiß nicht, was seine Definition von Krieg ist. Ein großer Teil unseres Erfolges im ersten Teil war unsere Disziplin. Ich weiß nicht, ob es noch irgendeine Hockey-League in der Welt gibt, in der es in Spielen ‚Krieg‘ gibt. Das kommt von einem Mann der alten Schule. Das ist nicht die Natur der heutigen Athleten", so Cameron. Man werde sehr "diszipliniert und hart spielen". Seine Mannschaft wolle jedenfalls auf Tempospiel setzen. "Speed bricht die Teams."

Viele Treffer erwartet er aber nicht, beide Teams bauen auf eine gute Defensive. Die Caps hatten mit einem "Sweep" (4:0-Sieg in der Serie) über Fehervar überrascht. Cameron sieht darin einen Vorteil. "Weil wir einige Spieler haben, die von Verletzungen zurückkommen. Die Pause ist auch gut, weil die nächste Serie wegen der Distanz Spiel-Bus-Spiel-Bus werden wird."

Bereits zum achten Mal treffen der KAC und Salzburg im Play-off aufeinander, Salzburg siegte in vier davon. Vier Mal ging es über die volle Distanz. In der Saisonbilanz steht es aber 4:2 für die Kärntner. Coach Petri Matikainen will dem aber keine besondere Bedeutung beimessen. "Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen."