"Ich bin geehrt und begeistert", das waren die ersten Worte, mit denen seinerseits der 29-jährige Hideki Matsuyama nach dem Masters in Augusta Publikum und Medien beehrte. Der Japaner hatte nach der dritten Runde mit vier Schlägen Vorsprung geführt, mit einer 73er-Runde rettete er mit gesamt 278 Schlägen einen Bonus von einem Schlag auf den US-Masters-Debütanten Will Zalatoris ins Clubhaus. Der Burgenländer Bernd Wiesberger erwischte einen schwarzen Tag, rutschte von Rang 10 auf Endrang 40 ab. "Ich bin geehrt und begeistert, dass ich das wundervolle Augusta National gewonnen habe", sagte Matsuyama am Ende etwas schüchtern und mithilfe eines Übersetzers, ehe er auf Englisch hinzufügte: "Danke."

Unmittelbar nach dem letzten Putt hatte er seinen Caddie auf dem 18. Grün in den Arm genommen, auf dem Weg zum Clubhaus wischte er sich mehrfach mit der Hand über die Augen. Der verletzte Tiger Woods gratulierte: "Gratulation zu dieser großen Errungenschaft für dich und dein Land", twitterte der US-Star. Matsuyama ist früherer Amateurmeister Asiens. Er hatte ab 2014 sechsmal auf der PGA-Tour gesiegt, viermal davon von Februar 2016 bis August 2017. Seither, also seit fast vier Jahren, war er auf dieser Ebene erfolglos geblieben. Bei den vom US-Amerikaner Brooks Koepka gewonnenen US Open 2017 war er Zweiter geworden. Damals war Matsuyama Weltranglistenzweiter gewesen, in das Masters ging er als 25. Die letzten vor der Schlussrunde mit geringen Siegeschancen verbliebenen Spieler konnten nicht mehr in die Entscheidung eingreifen.

Der US-Amerikaner Jordan Spieth machte auf Matsuyama nur drei Schläge seines Rückstands von sechs Schlägen wett, der englische Olympiasieger Justin Rose verlor gar noch einen zusätzlichen Schlag. Jon Rahm lieferte mit 66 Schlägen (6 unter Par) die beste Schlussrunde im ganzen Feld ab. Aber dies reichte nicht, um den Rückstand von elf Schlägen auszugleichen. Dritte mit je drei Schlägen Rückstand wurden so die US-Amerikaner Jordan Spieth und Xander Schauffele. Für Rahm reichte es noch zu Rang fünf. Matsuyama erhielt das legendäre grüne Sieger-Jacket traditionell von US-Vorjahressieger Dustin Johnson überreicht. Das Sieger-Preisgeld beträgt rund zwei Millionen US-Dollar (1,68 Millionen Euro). Matsuyama war beim Masters 2011 als bester Amateur ausgezeichnet worden, als er als 19-Jähriger den 27. Rang belegt hatte.

Matsuyama hat mit seinem Sieg in Japan einen Freudentaumel ausgelöst. Im Land des Olympia-Ausrichters 2021 waren viele am Montag früh aufgestanden, um die finale Runde ihres Landsmanns mitzuerleben. Der Sieg habe die japanische Öffentlichkeit "in Anbetracht der anhaltenden Auswirkungen des neuartigen Coronavirus inspiriert und ermutigt", sagte Premierminister Yoshihide Suga. "Ich freue mich auf seine zukünftigen Darbietungen", sagte der Regierungschef der golfbegeisterten Nation. Vor dem nun ersten asiatischen Masters-Sieger hatten die japanischen Golferinnen Hisako Higuchi 1977 bei der LPGA Championship und Hinako Shibuno 2019 bei der Women’s British Open Major-Titel gewonnen. Matsuyama ist der erste Mann, dem dies gelang. Vor gut einer Woche hatte zudem die 17-jährige Japanerin Tsubasa Kajitani im Augusta National Golf Club den Sieg bei einem Amateur-Turnier geholt. Japans Golfsport ist demnach einen Schritt weiter - wenn nicht zwei.(apa/art)