Der Zeitpunkt hätte günstiger nicht sein können. Gerade zeitgerecht zum dritten Sieg des KAC im vierten Spiel der ICE-Best-of-Seven-Finalserie am Sonntag öffnete der Klub die Tore seines Online-Shops, um die Pre-Season-Trikots unter die Corona-bedingt ausgesperrten Fans zu bringen. "Ein Jersey pro Spieler, original in der Saisonvorbereitung getragen und vom Crack signiert", twitterte der Klub am Montag, wobei die Vorfreude auf den bereits zum Greifen nahen Titel der ICE-Eishockeyliga nicht zu überlesen war. Denn so einfach werden sich die Kärntner, die am Sonntag gegen den HCB Südtirol einen 2:1-Heimsieg nach Verlängerung gefeiert haben und nun in der Best-of-Seven-Serie mit 3:1 in Führung gegangen sind, den nicht mehr nehmen lassen. Der Verein verfügt damit über drei "Matchpucks", um den alles entscheidenden, vierten Sieg einzufahren - die erste Möglichkeit dafür bietet sich am Dienstag (19.30 Uhr/Puls24 und Sky Sport Austria) in Bozen.

Dabei war dem KAC ein Traumstart in die Partie gelungen. Nach starker Vorarbeit von Lukas Haudum schob Matt Fraser bereits nach 16 Sekunden die Scheibe zur Führung über die Linie - laut Statistik das schnellste Finaltor in der Liga-Geschichte. Erst langsam fanden die Gäste aus Südtirol ins Spiel, dem aufgrund guter Defensive und starker Torhüter auf beiden Seiten nur die Tore abgingen. Kurz nach Ablauf des Powerplays hatte HCB durch Daniel Catenacci die große Chance auf den Ausgleich, Torhüter Sebastian Dahm blieb aber Sieger im Zweikampf (38.). Im Schlussdrittel gelang Bozen in der 48. Minute der verdiente Ausgleich. Dahm konnte gegen Angelo Miceli abwehren, den Abpraller verwertete Anton Bernard ins offene Tor. In der Verlängerung wurde Bernard aber zur tragischen Figur. Der Bozen-Stürmer musste wegen Spielverzögerung auf die Strafbank, der KAC nutzte das Powerplay durch Blaz Gregorc (64.) zum Siegtreffer.

Damit haben die Klagenfurter ihr achtes Heimspiel im diesjährigen Play-off gewonnen. Dementsprechend groß war daher auch das Lob von Chefcoach Petri Matikainen. "Ein exzellentes Playoff-Spiel von beiden Seiten. Das war ganz nahe an perfekt", jubelte der Finne, räumte aber ein: "Noch ist nichts entschieden. Beide Teams leben noch." So sieht das auch Bozen-Trainer Greg Ireland: "Natürlich ist es bitter, wenn du in der Overtime in Unterzahl das Tor kassierst, aber wir machen weiter. Die Jungs haben einen tollen Job gemacht. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel und schauen, dass der Kopf in Ordnung ist und wir konzentriert sind."

Sollte der KAC die Dienstagpartie gewinnen, würde er als erster ICE-Meister feststehen. Und auch die Trikots im Shop ("Zum Stückpreis von 100 Euro") dürften dann wohl vergriffen sein.(rel)