Die WM ist nicht gerade nach Wunsch verlaufen, für das Finale in der EM-Qualifikation sind Ales Pajovic und seine Handball-Nationalmannschaft aber wieder guter Dinge. Ein Nachteil, der aber zugleich Vorteil werden könnte, ist die Tatsache, dass die ÖHB-Equipe in den beiden Spielen auswärts gegen Estland am Donnerstag (18.30 Uhr/ORF Sport+) und daheim gegen Bosnien-Herzegowina am Sonntag zum Siegen verdammt ist. Wenngleich sich auch anderweitig noch eine kleine Tür zur EM-Endrunde 2022 in Ungarn und der Slowakei auftun könnte, braucht man sich mit Rechenspielchen gleich gar nicht erst zu beschäftigen. "Es warten zwei schwere Spiele auf uns. Wir wollen unbedingt gewinnen und werden alles dafür geben, um uns erfolgreich für die EM zu qualifizieren", sagt Pajovic.

Es wäre die Fortsetzung einer beeindruckenden Serie, die in der jüngsten WM-Enttäuschung - Österreich belegte nach einem von Anfang an missglückten Turnierverlauf den 26. Platz - etwas untergegangen ist. Seit der Heim-EM 2010, die mit dem neunten Platz einen kleinen Boom ausgelöst und mitgeholfen hat, den Sport auf eine breitere, professionellere Basis zu stellen, hat sich das ÖHB-Team acht mal für Großereignisse qualifiziert, zuletzt viermal hintereinander.

Hutecek rechtzeitig fit

In der EM-Qualifikation ist man abgesehen von den teils bitteren Niederlagen gegen Tabellenführer Deutschland allerdings auch durch eine 21:27-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina im März ins Hintertreffen geraten. Über die nunmehrigen Gegner sagt Pajovic: "Estland hat gegen Bosnien überrascht, sie kämpfen bis zur letzten Sekunde. Bosnien verfügt über viele individuell starke Spieler, spielt hart in der Abwehr und hat einen der besten Torhüter der deutschen Bundesliga." Die Eindrücke vom kurzen, aber intensiven Trainingslehrgang in der Südstadt stimmen den Teamchef aber zuversichtlich. "Wir haben gut gearbeitet, die Jungs sind voll motiviert. Die kämpferische Leistung ist da, genau so müssen wir weiterarbeiten." Ausfälle hat er zwar zu verkraften - der etatmäßige Kapitän Nikola Bilyk, der auch bei der WM schmerzlich vermisst wurde, etwa steht nach seinem Kreuzbandriss noch immer nicht zur Verfügung, auch Daniel Dicker musste nach Auftreten eines Corona-Falls bei seinem Klub kurzfristig absagen -, dafür kann Pajovic auf die Durchschlagskraft von Janko Bozovic und Lukas Hutecek vertrauen.

Der 20-Jährige meldete sich nach seiner Pause aufgrund eines Fingerbruchs rechtzeitig zurück und steuerte bei seinem Comeback im Cup neun Treffer zum 28:27-Sieg der Fivers Margareten gegen Bregenz bei. "Über Huti müssen wir nicht viel sprechen. Jeder hat gesehen, was für eine super Saison er bei den Fivers spielt. Er ist wichtig für das Nationalteam, ist torgefährlich und spielt auch in der Abwehr." Auch auf Klubebene steht Hutecek vor dem nächsten Karrieresprung: Er wird in der kommenden Saison die Österreicher-Fraktion in der deutschen Bundesliga, aus der auch Routinier Robert Weber im ÖHB-Aufgebot steht, verstärken. Auch das sind positive Nachrichten für den heimischen Handballsport.(art)