Österreichs Handball-Team der Männer wird es bei der EM-Endrunde 2022 mit "Lieblingsgegner" Deutschland zu tun bekommen. Die deutsche Auswahl, Weißrussland und Polen wurden am Donnerstag bei der Auslosung in Budapest in der Gruppe D mit der ÖHB-Truppe aus den Töpfen gezogen. Gespielt wird in Bratislava, Österreichs Handball-Bund hofft auf viele heimische Fans.

Österreich beginnt die Vorrunde am 14. Jänner gegen Polen, zwei Tage später geht es gegen Deutschland, ehe am 18. Jänner zum Abschluss Weißrussland (Belarus) wartet. Die Top zwei der Gruppe steigen in die Hauptrunde auf. Auch diese würde in Bratislava gespielt werden.

Spiele gegen Deutschland werden fast zur Routine. Zum fünften Mal binnen zwei Jahren werden sich die beiden Mannschaften im Jänner gegenüber stehen. In der EM-Qualifikation behielt Deutschland zu Jahresbeginn mit 36:24 und 34:20 zweimal deutlich die Oberhand. Die Rollenverteilung ist klar: Deutschland geht als klarer Favorit in die Vorrunde, Bundestrainer Alfred Gislason will die Aufgaben "akkurat lösen, um sauber und sicher in die Hauptrunde zu kommen." Dahinter können Nikola Bilyk und Co. aber durchaus mit Rang zwei spekulieren.

"Bei einer EURO gibt es keine leichten Gegner und keine leichten Gruppen. Insgesamt können wir mit dieser Gruppe zufrieden sein. Deutschland zählt zu den Medaillenkandidaten, ist damit der große Favorit. Gegen Weißrussland und gegen Polen sehe ich unsere Chancen", sagte Teamchef Ales Pajovic in einem ersten Statement. Weißrussland und Polen seien starke Nationen. "Aber wenn wir komplett sind, mit Nikola Bilyk, Alexander Hermann, etc. haben wir unsere Chancen", meinte der Slowene.

Weißrussland rang Österreich bei der Heim-EM im Jänner 2020 in sprichwörtlich letzter Sekunde ein Unentschieden ab und verbuchte am Ende den historischen achten Platz. Polen verpasste die EM-Turniere 2018 und 2020, auch bei der WM 2019 waren die Osteuropäer nur Zuschauer. Die Qualifikation für das Turnier 2022 schaffte Polen als Gruppendritter hinter Slowenien und den Niederlanden.

Für Sportdirektor Patrick Fölser waren die Polen der stärkste Gegner aus Topf 4. "Insgesamt eine interessante Gruppe. Unser großes Ziel war, uns erfolgreich zu qualifizieren. Jetzt werden wir die Gegner analysieren, werden uns bestmöglich vorbereiten und bei der EURO selbst alles reinhauen", sagte der ehemalige Teamspieler. Für die ÖHB-Auswahl ist es das neunte Männer-Großereignis seit 2010.

Der Europäische Handball-Verband (EHF) hofft jedenfalls nach Abklingen der Corona-Pandemie auf viele Zuschauer. "Zu den Fans kann ich nur sagen, dass ich hoffe, dass wir so viele wie möglich in den fünf Hallen begrüßen dürfen", sagte EHF-Präsident Michael Wiederer in Budapest.