Dominic Thiem hat trotz mehrwöchiger Spielpause beim Comeback das Halbfinale des mit 3,226 Millionen Euro dotierten Masters-1000-Turnier in Madrid erreicht. Im Viertelfinale setzte sich der Weltranglistenvierte aus Österreich am Freitag gegen den 2,08 Meter großen US-Aufschlagriesen John Isner in 1:55 Stunden mit 3:6, 6:3, 6:4 durch. Im Halbfinale trifft Thiem am Samstag auf Alexander Zverev, der sich überraschend gegen den Spanier Rafael Nadal mit 6:4, 6:4 durchsetzte.

Zverev behielt zum dritten Mal in Folge gegen den Weltranglistenzweiten die Oberhand, zum ersten Mal überhaupt auf Nadals Lieblingsbelag Sand. "Es war einer der besten Siege, die ich in meiner Karriere gehabt habe", jubelte der Deutsche im Sky-Interview. Das Duell mit Thiem wird ein echtes Gipfeltreffen und aufgrund des frühen Ausscheidens diverser Akteure ein vorweggenommenes Finale. "Das wird die mit Abstand härteste Prüfung bei diesem Turnier", war sich Thiem bewusst. Die Statistik macht ihm Hoffnung, von bisher zehn Duellen gegen die Nummer sechs der Welt konnte er gleich acht für sich entscheiden.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Thiem der Erfolg im US-Open-Finale 2020, wo er nach einem Zwei-Satz-Rückstand noch die Wende herbeigeführt hatte. Auf Sand steht es im Head-to-Head 4:1. "Irgendwie gingen die Matches gegen ihn zuletzt immer in seine Richtung. Ich hoffe, das werde ich morgen ändern", sagte Zverev, der sich im Duell mit dem "vor allem auf Sand sehr starken" Thiem nicht als Favorit sah.

Die einzige Niederlage auf Sand gegen Zverev kassierte der ÖTV-Star allerdings ausgerechnet auf Madrider Boden - im Finale 2018 mit 4:6,4:6. "Da war ich eigentlich chancenlos", erinnerte sich der 27-jährige Niederösterreicher. Im Jahr zuvor war er Nadal im Endspiel unterlegen, er kämpft also am Samstag in seinem vierten Halbfinale um seine dritte Endspielteilnahme bei dem Masters-1000-Event - und das, obwohl er vor Madrid verletzungsbedingt und wegen Motivationsproblemen rund sieben Wochen pausiert hatte. (apa)