"Den Schwung aus Madrid mitnehmen" und noch "einen Level draufsetzen" - das war das erklärte Ziel Dominic Thiems für das ATP-Masters-1000-Turnier in Rom. Doch nach dem vielversprechenden Comeback des Niederösterreichers in der spanischen Hauptstadt, in der er sich erst im Halbfinale dem späteren Sieger Sascha Zverev geschlagen geben musste, sah es zunächst eher so aus, als ob der "Schwung" je gestoppt werden würde - und Thiem an sein bestes Level nicht herankommen würde. Im Endeffekt kann sich aber gerade das zähe Match gegen den Ungarn Marton Fucsovics, das Thiem schließlich mit 3:6, 7:6, 6:0 für sich entscheiden konnte, als Goldes wert erweisen.

Vor allem im ersten Satz blieb Österreichs Nummer eins unter seinen Möglichkeiten. Im zweiten entwickelte sich dann ein hochklassiges und bis zum Ende spannendes Match, in dem Thiem schließlich im Tiebreak die Nerven bewahrte. Dann jedenfalls konnte er den Schwung so richtig mitnehmen: Im dritten Satz drehte Thiem so richtig auf und konnte Fucosvics doch noch die Schneid abkaufen.

"Es war wie erwartet ein richtig hartes Match", sagte Thiem im Sky-Interview. "Kämpferisch bin ich aber sehr zufrieden. Er hat sehr gut gespielt und mich mit vielen Dingen unter Druck gesetzt. Ich habe lange keine Antworten gefunden."

Thiem, der als Nummer vier der Welt - genau 40 Plätze vor Fucsovics - in der ersten Runde mit einem Freilos ausgestattet war, bleibt damit ein Schicksal wie in den vergangenen beiden Jahren, als schon zu Beginn das Aus kam, erspart, wenn auch einiges Zittern dabei war. Schon im Vorfeld war er vor dem Ungarn, der bisher eine starke Saison spielt, und den Bedingungen in Rom, die sich gänzlich anders präsentieren als in Madrid, gewarnt. Dass er nun im Bewerb bleibt, ist vor allem hinsichtlich des Selbstvertrauens und der Matchpraxis in Hinblick auf die French Open wichtig. Nach zwei Finalniederlagen - sowie dem Viertelfinal-Aus im Vorjahr - ist es sein erklärtes Ziel, diesmal um den Titel in Roland Garros mitzuspielen.

Bisher hatte die Saison allerdings nicht unbedingt Anlass zu einer übertriebenen Erwartungshaltung gegeben. Nunmehr neun Siegen im Einzel stehen fünf Niederlagen in diesem Jahr gegenüber. Vor Madrid legte Thiem, von Wehwehchen und Motivationsproblemen geplagt, eine siebenwöchige Pause ein. Nun allerdings scheint der Schwung zurückzukommen - wenn auch mit Anlaufproblemen. (art)