Die Swans Gmunden sind zum fünften Mal österreichischer Basketball-Meister. Die Oberösterreicher entschieden am Sonntagabend das vierte Finalspiel der Basketball Superliga (BSL) bei Titelverteidiger Kapfenberg Bulls in souveräner Manier 90:83 (61:39) und damit die Best-of-Five-Serie mit 3:1-Siegen für sich. Sie sind nach elf Jahren auf den Thron zurückgekehrt.

Mit dem Gewinn des Titels besiegten die Swans auch einen "Finalfluch", der sie 18 Jahre lang begleitet hatte. 2003 und 2004 sowie 2018 und 2019 war Gmunden jeweils in der Endspielserie an den Obersteirern gescheitert. Seit Sonntag 22:11 Uhr ist das Geschichte.

Die Kapfenberger gingen im "Alles oder Nichts"-Spiel zwar mit 2:0 in Führung, liefen danach aber ständig einem Rückstand hinterher. Die voll fokussierten Gäste setzten sich schon im ersten Viertel mehrfach auf neun und kurz vor der Pause sogar auf 22 Punkte ab. Für den Titelverteidiger, der zur Halbzeit bereits elf Ballverluste zu Buche stehen hatte, sah es finster aus.

Gmunden stand 20 Minuten vor dem so heiß ersehnten Meistertitel seit 2010 und ließ sich den silberfarbenen Meisterpokal auch nicht mehr aus den Händen nehmen. Angeführt von Enis Murati (27 Punkte), der auch als wertvollster Spieler (MVP) der Saison ausgezeichnet wurde, und Daniel Friedrich (23 Zähler) wurde die zweite Spielhälfte zum Triumphzug für das Team von Anton Mirolybov. 80:60 lautete der Zwischenstand bei noch zehn Minuten Restspielzeit.

"Spezielles Teamgefüge"

Die Kapfenberger gaben zwar noch einmal alles, schafften aber nur noch Resultatskosmetik. Damit ging für die Bulls erstmals seit 2016 eine Saison ohne Titelgewinn zu Ende. Die Swans hingegen jubelten erstmals seit dem Cupsieg 2012 wieder. Friedrich meinte im Sky-Interview: "Ich bin überglücklich, kann es gar nicht fassen. Endlich haben wir es geschafft. Vor der Saison hat keiner an uns geglaubt."

Benedikt Güttl sagte: "Es fühlt sich an wie ein Traum", und Toni Blazan ergänzte: "Endlich hat sich die harte Arbeit gelohnt. Unsere Defense ist ab dem zweiten Spiel viel besser geworden. Hoffentlich bleibt die Mannschaft zusammen." Auch Daniel Dolenc war euphorisiert. "Ich bin sehr emotional. Wir sind Individuen, aber wir haben ein ganz spezielles Teamgefüge. Das macht es so speziell."

Murati hob nach der Schlusssirene die Arbeit von Mirolybov hervor, und der Coach gab das Lob umgehend zurück. "Gratulation und danke an meine Spieler, sie haben jeden Tag hart gearbeitet und hatten Vertrauen in unseren Plan." Kapfenberg-Kapitän Thomas Schreiner präsentierte sich als fairer Verlierer und gratulierte den Gmundnern. "Aber wir sind angefressen, frustriert, traurig", gestand Schreiner. (apa)