Der Trip nach Budapest hat sich ausgezahlt. Unmittelbar nach der ersten Finalsession der Schwimm-EM von Budapest saß Felix Auböck am Montagabend mit OSV-Präsident Arno Pajek schon im Auto nach Wien, mit im Gepäck hatte er seine erste Medaille bei einem internationalen Großereignis. Silber über 400 Meter Kraul war nur neuneinhalb Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele die Bestätigung für das Training des 24-Jährigen, aber auch die Erfüllung eines lang gehegten Traums. "Ich bin einfach so froh, dass es funktioniert hat. Nach so vielen Jahren, in denen ich Vierter war. Und jetzt endlich eine Medaille, meine erste Medaille. Ich bin überglücklich", sagte der Vize-Europameister.

2016 in London noch unerwartet und 2018 in Glasgow eher enttäuschend hatte es über diese Distanz jeweils nur zu Rang vier und damit Blech gereicht. Nun aber beendete der 24-Jährige die anhaltende Langbahn-Medaillenflaute. Tatsächlich fehlten ihm nur 0,44 Sekunden auf seinen OSV-Rekord - eine Marke, die nun bei Olympia fallen soll. Daher will sich Auböck diese Woche an seinem Studienort in Loughborough/England wieder ins Training stürzen, zur Einkleidung für Olympia gut zwei Wochen vor den Spielen kehrt er nach Österreich zurück. Mit nach Japan nimmt Auböck freilich neues Selbstvertrauen und Motivation. "Ich weiß, was noch alles kommen kann, und freue mich, dass ich da bin, wo ich bin. Es ist aber notwendig, dass ich trotzdem den Fokus auf Olympia habe. Ich habe mein Leben für Olympia trainiert. Ich muss jetzt alles machen, damit ich dort erfolgreich bin."

Derzeit ist der österreichische Schwimmverband mit den bereits fix qualifizierten Lena Grabowski, Marlene Kahler, Bernhard Reitshammer, Christopher Rothbauer, Valentin Bayer und eben Auböck einer der größten heimischen Verbände bei den Olympischen Spielen in Tokio. Den Sprung nach Japan schaffen könnte Caroline Pilhatsch, die am Dienstagabend um den Einzug ins Finale über 50 Meter Rücken rang (nach Reaktionsschluss). Ein Ziel ist darüber hinaus das Erreichen des Olympia-Limits über 100 Meter. "Wenn der 100er jetzt so klappt wie erhofft, ist das Limit auf jeden Fall möglich", betonte die 22-Jährige. "Aber ich versuche, mir nicht allzu viel Druck zu machen." Neben Pilhatsch versuchen zwei weitere Kollegen den Sprung auf den Zug nach Olympia. Dem Kärntner Heiko Gigler fehlen von seinem österreichischen Rekord 29 Hundertstel auf die Norm. Claudia Hufnagl wiederum hofft auf ein Limit über 200 Meter Delfin am Mittwoch, ihr fehlen von ihrer OSV-Bestleistung 1,33 Sekunden darauf.

Alexandris ringen um Limit

Das Olympia-Ticket im Blick haben auch die Synchron-Schwimmerinnen Eirini und Anna-Maria Alexandri, die zuletzt in Budapest mit zwei Mal EM-Bronze aufzeigten. Der Tokio-Qualifikationswettkampf erfolgt von 10. bis 13. Juni in Barcelona, sieben Tickets sind noch verfügbar. "Das ist knapp vor den Spielen und passt eigentlich gar nicht in die Vorbereitung. Wir mussten dafür auch den Trainingsplan umstellen. Aber egal. Wir müssen das Beste daraus machen", sagte das Duo. Ob sich dieser Trip auszahlen wird, wird sich also erst weisen.(apa/rel)